Nelsinho Piquet: «Ich bin frustiert, nicht enttäuscht»
Nelsinho Piquet: «Ich bin frustiert, nicht enttäuscht» © PanImages
Formel 1
«Ich bin frustriert»
Von Rob La Salle
12.04.2008 06:08:28
Drei Rennen, null Punkte: Die erste Bilanz von Nelson Piquet junior bei Renault ist eine einzige Ernüchterung.

Die Messlatten liegen hoch: Papa Nelson Piquet ist dreifacher Formel-1-Champion. Stallgefährte Fernando Alonso hat den Titel zweimal erobert. Das alles ist für Nelson Angelo «Nelsinho» Piquet in weiter Ferne.

Nach drei WM-Läufen 2008 steht er ohne Punkte da.

«Es fehlt an allen Ecken und Enden», stellt der junge Brasilianer gegenüber unseren Kollegen von «Autohebdo» fest. «Motor, Chassis, Aerodynamik.»

«Es liegt auch nicht daran, dass mir der Renault als Auto nicht schmeckt. Das ist keine Sache von Übersteuern oder Untersteuern. Das liesse sich mit simpler Abstimmungsarbeit lösen. Nein, der Wagen ist einfach generell zu wenig konkurrenzfähig.»

Piquet gibt zu: «Es ist verlockend, über den Möglichkeiten des Autos zu fahren, aber das führt in eine Sackgasse. Immerhin gehört es zu meinen Aufgaben als Rennfahrer, das Limit des Fahrzeugs richtig einzuschätzen und den Wagen auf der Strecke zu halten.»

Bislang fällt auf: Renault-Weltmeistermacher Flavio Briatore, der im Umgang mit seinen Piloten auch mal den verbalen Knüppel aus dem Sack nimmt, geht mit Piquet sehr moderat um. Nelson dazu: «Wir haben in aller Ruhe geredet. Er hat gemeint, ich solle ruhig bleiben, die Dinge würden sich zum Besseren wenden. Einen Fahrer in die Pfanne zu hauen, macht den Wagen auch nicht schneller.»

«Ich bin frustiert, nicht enttäuscht. Enttäuscht wäre ich, würde Alonso mir auf und davon fahren. Wenn ich aber sehe, wie es selbst ihm schwerfällt, in Bahrain in Q3 vorzustossen und wie er vergeblich um WM-Punkte kämpft, dann wird meine Position auch verständlicher. Das nimmt Druck von meinen Schultern, macht mich allerdings nicht zufriedener.»

Piquet ist weit davon entfernt, die Saison abzuschreiben: «Heikki Kovalainen hatte im vergangenen Jahr anfänglich auch seine Probleme, dann konnte er sich schön steigern. Das muss mir auch gelingen.»

Prominente Unterstützung wird er schon beim kommenden WM-Lauf erhalten: dann steht erstmals 2008 Nelson senior an der Box.




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