| Start zum ADAC GT Masters |
Auch wenn das Starterfeld der ADAC GT Masters für die am kommenden Wochenende in Oschersleben beginnende Saison an Quantität zugenommen hat, stößt man bei der Suche nach den Topfavoriten weiterhin zuerst auf das Lager der Lamborghini Teams. Das liegt nicht etwa an der Überlegenheit der Gallardo, denn alle GT3 Renner fahren durch das FIA Reglement mehr oder minder auf einem Level. Ausschlagend sind die sehr homogenen Fahrerpaarungen von Reiter und Argo. Die Premierensaison hat gezeigt dass sich die Teams und Piloten Hoffnungen auf Rennsiege machen können, deren Piloten auf einen Speed Level fahren. Da zwei Profis auf einem Fahrzeug mit Zusatzgewichten belegt werden, besteht die Kunst darin einen Profi mit einem schnellen Amateur zu paaren und schließlich das ganze auch noch zu finanzieren. Diese Aufgabe haben wie schon in der letzten Saison sowohl Reiter Engineering wie auch Argo Racing gut gelöst.
Ganz oben auf der Liste der Favoriten steht Meister Christopher Haase, der in dieser Saison gemeinsam mit Vize Champion Albert von Thurn und Taxis antritt. Haase startet nach dem Titelgewinn nun in der Profi Gruppe und hat bereits im letzten Jahr gezeigt das er sich hinter dem GT Establishment nicht zu verstecken braucht. Albert von Thurn und Taxis steht seinem Teamkollegen kaum nach, der junge Fürst gehörte in im letztem Jahr durchweg zu den schnellsten in der Amateur Gruppe.
Teaminterne Konkurrenz bekommen Haase / von Thurn und Taxis durch Haases letztjährigen Teamkollegen Gianni Morbidelli. Der ehemalige Grand Prix Pilot fährt in Oschersleben gemeinsam mit dem Niederländer Dennis Retera. Im dritten von Reiter Engineering eingesetzten Gallardo dreht in Oschersleben Mike Hezemans am Lenkrad, der Stammpilot Jan Lammers vertritt. Hezemans ist bekanntlich auf allen blitzschnell, was nur aus der Entfernung wie ein GT aussieht, sein Partner Marius Ritskes wird den Speed des FIA GT Rekordstarters aber nicht mitgehen können.
Das in Belgien beheimatete Lamborghini Team Argo Racing hat für die zweite Saison auf zwei Gallardo aufgerüstet. Frank Schmickler und Sebastian Asch bilden die Argo Speerspitze, im zweiten Argo Lambo startet der unverwüstliche Harald Becker zusammen mit Frank Kechele.
Auf der Hut sein müssen die insgesamt sechs Lambo vor den beiden Matech Ford GT. Die beiden spektakulären Flachmänner amerikanischer Herkunft sind für den Saisonauftakt bestens besetzt. Marc Hennerici und Kenneth Heyer gehen in einem Ford auf die Titeljagd, den zweiten steuern in der Magdeburger Börde GT3 Vizeeuropameister Jürgen von Gartzen und Matech Testfahrer Thomas Mutsch.
Das mit acht Fahrzeugen größte Kontingent im GT Masters Starterfeld stellt Porsche, aufgeteilt in je vier neuentwickelte „Cup S“ Modelle (Mühlner Motorsport, Heico) und vier „Standart 997 Cup (Jörg van Ommen Autosport, G-Private Racing und das VIP Auto von Schnabl Engineering). Eine Fahrerpaarung die verdächtig nach Sieg riecht hat Bernhard Mühlner für den Saisonauftakt zusammengestellt. In einem seiner drei Porsche starten die beiden Bergmeister Brüder Jörg und Tim. Da allerdings die Kombination von Porsche Werksfahrer Jörg und Mühlner EM Stammpilot Tim Bergmeister nicht so ganz der gewünschten Definition von Profi / Amateur Fahrerpaarung entspricht, müssen die beiden schnellen Brüder aus Langenfeld wohl mit Zusatzgewicht im Porsche starten. Während die Fahrer für den zweiten Porsche von Bernhard Mühlner noch nicht feststehen, teilt sich der Niederländer Ronald van der Laar den dritten Mühlner Porsche im laufe der Saison wechselweise mit Jeroen, Michael oder Sebastian Bleekemolen.
Mit auf der Liste der stärksten Porsche Teams sollte man auch Heico Motorsport mit Frank Stippler und Dirk Ebeling haben. Während Stipplers Fähigkeit, einen Cup Porsche schnell zu bewegen, über jeden Zweifel erhaben ist, fehlen Partner Ebeling aber nach einigen Jahren im Historischen Rennsport noch Testkilometer im neuem GT3 Porsche.
Für Rennsiege gut sein dürften die Corvette Z.06 GT3, von denen Toni Seiler Racing, MM Racing und G-Private Racing insgesamt vier Exemplare in die Schlacht schicken. Die beiden Tschechen Martin Matzke und Jiri Skula (MM Racing) waren bereits in der Vergangenheit für Top Platzierungen gut. Allerdings nur wenn die Technik des US Muscle Cars hielt und das war des Öfteren mal nicht der Fall. Toni Seiler, der mit seinem Sieg am Lausitzring im letzten Jahr als erster die Lambo Dominanz brechen konnte, tritt im eigenem Team zusammen mit Oliver Mayer an. Interessant ist die von G-Privat Racing eingesetzte Corvette, dort hat sich der Österreicher Alois Meir in Form des Vizeeuropameisters Luca Pirri prominente Unterstützung ins Cockpit geholt.
Schwer einzuschätzen sind dahingegen die drei Kessel Ferrari F430 und die beiden Hexis Racing Aston Martin. Insider halten den von Kessel entwickelten Ferrari für den schnellsten GT3 Renner, die Fahrerpaarungen sind allerdings nicht so hochkarätig wie die der Lamborghini oder Ford Teams. Kurzfristig hat der ehemalige Seat WTCC Pilot Peter Terting für Oschersleben einen Platz im Kessel Ferrari an der Seite von Freddy Kremer gefunden. Die Kombination Terting/Kremer avanciert so zum stärken Ferrari Duo für die beiden 60 Minuten Rennen. Ähnliches wie für die Ferrari gilt für die beiden Aston Martin DBRS9 von Hexis Racing. Dort dreht zwar das Nachwuchstalent Thomas Accary am Steuer, über dem Speed der drei übrigen Piloten schwebt aber eher ein Fragezeichen.
Ein besonders Zünglein an der Ware werden allerdings die für diese Saison neu eingeführten Platzierungsgewichte sorgen. Ballast gibt es für die ersten drei, jeder Rennsieger wird mit 40kg belohnt. Die maximale Zuladung beträgt 100kg, Gewicht abgebaut werden kann ab Platz vier, allerdings maximal 40kg pro Rennwochenende. Zum tragen kommen die Zusatzgewichte ab dem zweitem Rennwochenende im Rahmen des 24h Rennen am Nürburgring. Richtig spannend wird die Sache mit dem Ballst dann bei der dritten Veranstaltung am Norisring. Dann kämpfen die teilweise dann schon reichlich beladenenen und ohnehin schon nicht leichtgewichtigen GT3 Renner in Nürnberg im Rahmen der DTM um Punkte.
| 1 | Reiter Engineering | GER | Christopher Haase | GER | Albert von Thurn & Taxis | GER | Lamborghini Gallardo GT3 | GT3 |
| 2 | Reiter Engineering | GER | Gianni Morbidelli | ITA | Dennis Retera | NED | Lamborghini Gallardo GT3 | GT3 |
| 3 | Argo Racing | BEL | Frank Schmickler | GER | Sebastian Asch | GER | Lamborghini Gallardo GT3 | GT3 |
| 4 | Argo Racing | BEL | Harald Becker | GER | Frank Kechele | GER | Lamborghini Gallardo GT3 | GT3 |
| 5 | Matech GT Racing | SUI | Marc Hennerici | GER | Kenneth Heyer | GER | Ford GT | GT3 |
| 6 | Matech GT Racing | SUI | Jürgen von Gartzen | GER | Thomas Mutsch | GER | Ford GT | GT3 |
| 11 | Reiter Engineering | GER | Marius Ritskes | NED | Mike Hezemans | NED | Lamborghini Gallardo GT3 | GT3 |
| 14 | Mühlner Motorsport | BEL | Jörg Bergmeister | GER | Tim Bergmeister | GER | Porsche 997 GT3 Cup S | GT3 |
| 15 | Mühlner Motorsport | BEL | TBA | TBA | Porsche 997 GT3 Cup S | GT3 | ||
| 16 | Mühlner Motorsport | BEL | Ronald Van De Laar | NED | Jeroen Bleekemolen | NED | Porsche 997 GT3 Cup S | GT3 |
| 18 | Toni Seiler Racing | SUI | Toni Seiler | SUI | Oliver Mayer | GER | Corvette Z.06 GT3 | GT3 |
| 19 | Toni Seiler Racing | SUI | Hans Hauser | SUI | Mauro Casadei | ITA | Corvette Z.06 GT3 | GT3 |
| 22 | Kessel Racing Schweiz | SUI | Freddy Kremer | GER | Peter Terting | GER | Ferrari F430 GT3 | GT3 |
| 23 | Kessel Racing Schweiz | SUI | Thomas Wille | LIE | Carsten Welpmann | GER | Ferrari F430 GT3 | GT3 |
| 24 | Kessel Racing Schweiz | SUI | Paul Warren | GBR | Chris Hyman | GBR | Ferrari F430 GT3 | GT3 |
| 27 | Schnabl Engineering | GER | Christoph Langen | GER | Sven Hannawald | GER | Porsche 997 GT3 Cup | GT3 |
| 28 | JvO Autosport | GER | Manuel Lauck | GER | Jens Richter | GER | Porsche 997 GT3 Cup | GT3 |
| 29 | Hexis Racing | FRA | Julien Rodrigues | FRA | Thomas Accary | FRA | Aston Martin DBRS9 | GT3 |
| 30 | Hexis Racing | FRA | Phillipe Dumas | FRA | Manuel Rodrigues | POR | Aston Martin DBRS9 | GT3 |
| 31 | MM Racing | CZE | Martin Matzke | CZE | Jiri Skula | CZE | Corvette Z.06 GT3 | GT3 |
| 33 | Heico Motorsport | GER | Dirk Ebeling | GER | Frank Stippler | GER | Porsche 997 GT3 Cup S | GT3 |
| 38 | G-Private-Racing | GER | Alois Meir | AUT | Luca Pirri | ITA | Corvette Z.06 GT3 | GT3 |
| 39 | G-Private-Racing | GER | Otto Dragoun | AUT | Alex Guillaume Ellinger | AUT | Porsche 997 GT3 Cup | GT3 |
| 40 | G-Private-Racing | GER | Jörg Peham | AUT | Mathias Schmitter | AUT | Porsche 997 GT3 Cup | GT3 |
| 44 | MRP-Motorsport | GER | Michael Raja | GER | Rainer Stiefel | GER | Lamborghini Gallardo GT3 | GT3 |
