| Kenneth «His Kennyness» Hansen mit seinem Citroën C4 ERC auf dem Sprung zu seinem ersten Saisonsieg. |
Der Rallycross-EM-Lauf in der
ehemaligen Bauxit-Grube von Nyirád bei Tapolca, rund 25 km
nördlich des Balaton gelegen, war alles andere als ein
friedliches Rennen und von diversen Querelen gekennzeichnet.
Tabellenführer Ludvig Hunsbedt (Volvo S40 ERC) hatte beim Start
zum zweiten Vorlauf eine kurze Rangelei mit Andréas Eriksson
(Ford Fiesta ST ERC) und Michael Jernberg (Škoda Fabia Mk2 ERC), um
danach feststellen zu müssen, dass sein Motor über den
Plattensee gegangen war. «Zuerst dachten wir noch, dass nur der
Turbolader ausgetauscht werden muss. Doch dann fanden wir einige
Metallstückchen im Motoröl und konnten den dritten Vorlauf
ebenfalls abhaken», sagte der enttäuschte Wikinger – und
durfte dem Rest der Veranstaltung als Zuschauer beiwohnen.
Nachdem
am Samstag sein Angstgegner Hunsbedt als Einziger im Zeittraining die
Piste in weniger als 47 Sekunden umfahren hatte, übernahm im
ersten Qualilauf der 13-fache Europameister Kenneth Hansen (Citroën
C4 ERC) das Ruder und markierte vor dem Volvo-Piloten die Bestzeit.
Am Sonntag ging der zweite Vorlauf an Hunsbedt-Landsmann Sverre
Isachsen (Ford Focus ST ERC), doch konnte sich «His Kennyness»
hier die zweitbeste Zeit und somit die Pole-Position für das
A-Finale sichern. Der dritte Durchgang wurde zum großen
Auftritt des 25-jährigen Norwegers Frode Holte, der seinen Volvo
S40 ERC zu seiner ersten Vorlaufsbestzeit steuern konnte und sich
damit zum ersten Mal für ein A-Finale eines EM-Laufes
qualifizierte.
Den ersten Startversuch zum A-Finale vergeigte
Jean-Luc Pailler mit seinem neuen Peugeot 207 ERC. Beim zweiten
Anlauf produzierte Sverre Isachsen einen Frühstart und wurde, ob
der neuen «jump start rules», vom A-Finale
ausgeschlossen, wodurch er am Ende als Sechster in die Wertung
einging. Mit nur fünf Teilnehmern war der dritte Startversuch
dann erfolgreich, Kenny Hansen setzte sich sofort an die Spitze des
Feldes und verteidigte sie, bis er in der vorletzten Runde die
Alternativroute der «Joker Lap» wählte. Danach war
zwar der Škoda-Fahrer Michael Jernberg mit seinem 5J-Fabia
kurzzeitig Spitzenreiter, musste in der letzten Runde allerdings
selbst die längere Route nehmen und Hansen dann den Gesamtsieg
überlassen.
In der Division 1A war der Finne Jussi
Pinomäki (Renault Clio) in Ungarn die Messlatte für alle
Gegner. Im A-Finale fuhr er von der Pole-Position aus zu einem nie
gefährdeten Gesamtsieg, selbst während seiner «Joker
Lap» konnte ihn niemand einholen. Auf dem zweiten Rang wurde
der Österreicher Christian Petrakovits (Seat Ibiza) abgeflaggt,
auf Rang drei kam der Tscheche Jaroslav Kalny ins Ziel.
Bei
den Gruppe-N-Streitern der Division 2 behielt diesmal der
Europameister des Jahres 2006 die Oberhand über den Champion der
Saison 2007: Roman Castoral (Opel Astra OPC) besiegte seinen
Landsmann Tomáš Kotek (Honda Civic Type-R) und der Norweger
Frank Valle (Opel Astra OPC) durfte sich nach seinem dritten Rang zu
den beiden Tschechen auf das Siegertreppchen stellen.
In der weiter wachsenden Kategorie der
heckgetriebenen Rallycross-Cup-Fahrzeuge gab es einen
Überraschungssieger. Nachdem sich die beiden Belgier Michaël
De Keersmaecker (BMW 120) und Jos Sterkens (Ford Fiesta RWD)
gegenseitig den Endlauf vermurkst hatten, konnte der Österreicher
Peter Freinberger seinen betagten BMW 320i E36 zum ersten Sieg in
einem RX-EM-Lauf fahren.
Gesamtergebnisse und
Punktestände
Division 1:
1. Kenneth Hansen (S),
Citroën C4 ERC
2. Michael Jernberg (S), Škoda Fabia Mk2
ERC
3. Andréas Eriksson (S), Ford Fiesta
ST ERC
4. Jean-Luc
Pailler (F), Peugeot 207 ERC
5. Frode
Holte (N), Volvo
S40 ERC
6. Sverre Isachsen (N), Ford Focus ST
ERC
Punktestand:
1. Kenneth Hansen (S) 52
2. Michael
Jernberg (S) 42
3. Ludvig Hunsbedt (N)
37
Division 1A:
1. Jussi Pinomäki
(FIN), Renault Clio
2. Christian
Petrakovits (A), Seat Ibiza
3. Jaroslav Kalný (CZ), Peugeot
206
Punktestand:
1. Olivier Bossard (F) 47
2.
Zdenek Cermák (CZ) 45
3. Jussi
Pinomäki (FIN) 40
Division
2:
1. Roman
Castoral (CZ), Opel Astra OPC
2.
Tomáš Kotek (CZ), Honda Civic
Type-R
3. Frank Valle (N), Opel Astra OPC
Punktestand:
1.
Tomáš Kotek (CZ) 57
2. Roman
Castoral (CZ) 52
3. Martynas Padgurskis
(LT) 36
FIA Rallycross-Cup:
1. Peter Freinberger
(A), BMW 320i E36
2. Michaël De Keersmaecker (B), BMW 120
3.
Patrick Mertens (B), VW Polo RWD
Punktestand:
1. Michaël
De Keersmaecker (B) 57
2. Jos Sterkens (B) 46
3. Patrick
Mertens (B) 43
Den vollständigen Bericht zum 3.
Lauf der Rallycross-Europameisterschaft sowie die weiteren Ergebnisse
finden Sie am kommenden Dienstag in der aktuellen Druckausgabe der
MOTORSPORT aktuell.

