Michael Jernberg gelang der 1. Gesamtsieg als Škoda-Pilot
Michael Jernberg gelang der 1. Gesamtsieg als Škoda-Pilot © Loix
Rallycross-EM
4. Lauf, 4. Sieger
Von Eddi Laumanns
09.06.2008 08:59:11
Beim vierten Lauf zur Rallycross EM im österr. Greinbach gewann Michael Jernberg sein erstes Rennen als Škoda Repräsentant.

Der vierte Lauf zur Rallycross-EM, der im PS Racing Center von Greinbach in der Steiermark ausgefahren wurde, war von starken Regenfällen und eine dadurch total vergatschte und somit speckglatte Piste geprägt, wodurch es einige Überraschungen zu erleben gab. Nicht mit von der Partie war Hollands Jos Kuypers, weil er wegen eines Motorschadens in Ungarn den Wertungslauf von Österreich sausen lassen musste. Und schon früh weg vom Fenster war Norwegens Morten Bermingrud, der durch ein kollabiertes Triebwerk zum Zuschauer wider Willen wurde.

Michael Jernberg, der nach etlichen Jahren als Ford-Pilot heuer für Škoda Schweden am Volant dreht, kommt mit dem neuen Mk2-Fabia immer besser zurecht. Da das 5J-Modell bisher nicht homologiert ist, setzt Jernberg ihn mit derselben Rallycross-Sonderregelung ein, die Kenneth Hansen 2006 für den damals ebenfalls noch nicht homologierten Citroën C4 nutzte. Das Auto entspricht dem Technischen Reglement für Rallycross-Spezialfahrzeuge und wurde via schwedischem Verband SBF bei der FIA für eine Teilnahmeberechtigung angemeldet.

Im Training trieb «Michael Eisenberg» den Fabia zur Bestzeit, gefolgt von seinen Landsleuten Kenneth Hansen und Oldie Per Eklund. Kaum war das Zeittraining beendet, fing es zu regnen an, doch war die Strecke beim ersten Qualilauf wieder weitgehend abgetrocknet. Hier zeigte Andréas Eriksson, dass man auch ihn jetzt wieder auf der Liste der potentiellen Sieger haben muss, nachdem er sich in den ersten Wertungsläufen noch schwer tat. Eriksson trieb seinen Ford Fiesta ST zur Bestzeit, hinter ihm landeten die beiden Norweger Sverre Isachsen und Ole Kristian Nøttveit auf den Plätzen zwei und drei.

Am Sonntag hatte Petrus kein Einsehen mehr und ließ es wie aus Eimern regnen. Nøttveit zeigte erneut große Klasse und stand nach Ablauf des zweiten Vorlaufes in der obersten Zeile der Zeitnehmerliste. Auf dem zweiten Rang folgte Landsmann und Markenkollege Guttorm «Mister Maximum Attack» Lindefjell, Drittschnellster war Eriksson. Dadurch war dem Ford-Repräsentanten die Pole-Position für das A-Finale vorzeitig sicher, was ihm zu diesem Zeitpunkt allerdings noch nicht bekannt war.

Den dritten Vorlauf beendete Jernberg auf Rang eins. Zweiter wurde Jean-Luc Pailler im Peugeot 207 ERC und Dritter der Irische Underdog George Tracey mit seinem Peugeot 307 CC ERC. Nach Abschluss der Qualifikation stand fest, dass es für Abo-Europameister Kenneth Hansen, für Per Eklund, Ludvig Hunsbedt, Olivier Anne und Stig-Olov Walfridsson nur einen Auftritt im B-Finale gab, weil sie nicht schnell genug gewesen waren. Dort kamen sie aber auch auf keinen grünen Zweig mehr und mussten erleben, dass ihnen C-Final-Gewinner Isachsen den Sieg vor der Nase wegschnappte und als letzter Mann in den Endlauf aufstieg.

Beim letzten Rennen des Wochenendes bretterten fünf der sechs Teilnehmer über die glatte erste Kurve hinweg in die Botanik. Pailler hatte es als Einziger geruhsam angehen lassen und fand sich urplötzlich vom letzten auf den ersten Platz befördert. Doch drei Runden später fing sein Peugeot 207 zu lahmen an, worauf Jernberg seinen ersten Škoda-Erfolg feiern konnte und «JLP» bis auf den fünften Platz durchgereicht wurde.

Die Division 1A sah bis zur letzten Runde wie eine sichere Beute für Jussi Pinomäki aus, als der Finne plötzlich einen Reifenschaden an seinem Renault Clio erlitt. Bald darauf konnte er sich der Angriffe von Jaroslav Kalny und Olivier Bossard nicht mehr erwehren und fiel auf Rang drei zurück.

In der Division 2 gab es den zweiten Gesamtsieg in Folge für Roman Castoral, weil sich der amtierende Europameister Tomáš Kotek in der ersten Kurve mit dem irischen Markenkollegen Derek Tohill einen Infight geliefert hatte, wovon auch der Litauer Martynas Padgurskis und der Österreicher Thomas Strobl profitierten.

Im Reigen der RX-Cup-Jäger konnte der in Norwegen lebende Schwede Per Niklas Lööv seinen heckgetriebenen Citroën Xsara zwar auf die A-Final-Pole fahren, doch ging der Endlauf erneut an den Belgier Michaël De Keersmaecker im BMW 120.

Gesamtergebnisse und Punktestände:

Division 1:
1. Michael Jernberg (S), Škoda Fabia Mk2 ERC
2. Ole Kristian Nøttveit (N), Ford Focus ST ERC
3. Andréas Eriksson (S), Ford Fiesta ST ERC
4. Guttorm Lindefjell (N), Ford Focus RS ERC
5. Jean-Luc Pailler (F), Peugeot 207 ERC
6. Sverre Isachsen (N), Ford Focus ST ERC
7. Ludvig Hunsbedt (N), Volvo S40 ERC
8. Kenneth Hansen (S), Citroën C4 ERC
9. Per Eklund (S), SAAB 9-3 ASS ERC
10. Stig-Olov Walfridsson (S), Renault Clio RS CR1N ERC

Punktestand:
1. Michael Jernberg (S) 62
2. Kenneth Hansen (S) 61
3. Ludvig Hunsbedt (N) 47
4. Andréas Eriksson (S) 47
5. Jean-Luc Pailler (F) 45
6. Sverre Isachsen (N) 44

Division 1A:
1. Jaroslav Kalny (CZ), Peugeot 206
2. Olivier Bossard (F), Citroën C2
3. Jussi Pinomäki (FIN), Renault Clio
4. Zdenek Cermák (CZ), Škoda Fabia Mk1
5. Christian Petrakovits (A) Seat Ibiza
6. Andy Martin (B), VW Polo

Punktestand:
1. Olivier Bossard (F) 64
2. Zdenek Cermák (CZ) 58
3. Jussi Pinomäki (FIN) 55

Division 2:
1. Roman Castoral (CZ), Opel Astra OPC
2. Martynas Padgurskis (LT), Renault Clio RS
3. Thomas Strobl (A), Seat Ibiza GTI 2.0 16V
4. Tomáš Kotek (CZ), Honda Civic Type-R
5. Derek Tohill (IRL), Honda Civic Type-R
6. Ondrej Smetana (CZ), Honda Civic Type-R

Punktestand:
1. Roman Castoral (CZ) 72
2. Tomáš Kotek (CZ) 70
3. Martynas Padgurskis (LT) 53

RX-Cup:
1. Michaël De Keersmaecker (B), BMW 120
2. Jos Sterkens (B), Ford Fiesta RWD
3. Per Niklas Lööv (S), Citroën Xsara RWD

Punktestand:
1. Michaël De Keersmaecker (B) 77
2. Jos Sterkens (B) 63
3. Patrick Mertens (B) 54.

Den vollständigen Bericht zum 4. Lauf der Rallycross-Europameisterschaft sowie die weiteren Ergebnisse finden Sie am kommenden Dienstag in der aktuellen Druckausgabe der MOTORSPORT aktuell.




RSS
Weitere Bilder zum Artikel
Das A-Final-Sixpack eilt dem Ausritt entgegen
Das A-Final-Sixpack eilt dem Ausritt entgegen © Loix

http://www.grizzlygas.com/