Wie in Motorsport aktuell Heft 17/10 angekündigt, will der Automobil-Weltverband FIA womöglich schon zum WM-Lauf am Wochenende in der Türkei den ausufernden Taktikspielchen Einhalt gebieten.
Am Donnerstag trifft der von FIA-Präsident Jean Todt vor allem wegen dieser dringlichen Sache nach Istanbul entsandte Rallye-WM-Kommissionspräsident Morrie Chandler (NZ) ein. Schon am Dienstag wurden ein Fax-Voting an alle in der Türkei teilnehmenden Prioritätsfahrer (insgesamt 25 Teams) geschickt.
Also an:
1. die Hersteller-WM eingeschriebenen Teilnehmer wie Loeb, Latvala oder Villagra, insgesamt 9 Teams.
2. die nicht in die Marken-WM eingeschriebenen Teilnehmer wie Petter Solberg, Ken Block, insgesamt 2 Teams.
3. die in eine offizielle FIA-Rahmenserie eingeschrieben Teilnehmer, wie hier 8 JWRC-Teams sowie 6 Pirelli Star Driver, insgesamt 14.
Abgestimmt werden soll darüber, ob man per kurzfristiger Reglementsänderung verfügen kann, dass Teilnehmer, die in der finalen Tagesetappe sich absichtlich „zurückstempeln“, zukünftig ihre ursprüngliche Startposition einnehmen müssen. Fraglich bleibt nicht nur, ob in der Kürze der Zeit alle Teams antworten, sondern auch, ob alle eine einheitliche Meinung vertreten. Nur dann könnte die Regeländerung von den FIA-Stewards per Bulletin sofort umgesetzt werden. Wahrscheinlicher ist, dass man sich erst einmal auf einen geänderten Sportkodex einigt und eine Regelung ab dem nächsten WM-Lauf oder gar zur Saison 2011 einführt.
Mindestens ebenso wichtig ist eine Änderung der Vergabe der Startposition der Topteams. Denn so oder so wird bei Schotter-Rallyes in Sachen taktischer Temporeduzierung zur Verbesserung der Startposition (statt als 1. die Straße zu „kehren“ besser weiter hinten; als optimal gilt 3. – 5. auf der Strecke) wohl weiter taktiert. Die Fahrer sprechen sich weiter für ein Art Qualifying beim oder nach dem Shakedown aus. Die WM-Favoriten Loeb und Hirvonen sind sich einig: „Das ist die wohl die fairste und beste Variante.“
„Mein Vorschlag: Von vier oder fünf Shakedown-Runs darf sich jener Fahrer mit der schnellsten Zeit die Startposition aussuchen, dann der Zweitschnellste und weiter bis Platz 10. Am Etappenende jeweils das gleiche“, präzisiert Titelverteidiger Loeb.







