US-Racing: "Smoke" in Atlanta: Tony Stewart ist wieder da!

Tony Stewart meldet sich in Atlanta zurück: "Smoke" feiert seinen ersten Saisonsieg - Chase 2010 ohne Juan Pablo Montoya und Dale Earnhardt Jr.

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Tony Stewart meldete sich in Atlanta überzeugend zurück im Titelkampf
Foto: xpb.cc

Tony Stewart meldete sich in Atlanta überzeugend zurück im Titelkampf

Tony Stewart meldete sich in Atlanta überzeugend zurück im Titelkampf

Hat sich da kurz vor Toresschluss ein bislang etwas vernachlässigter NASCAR-Superstar zurück gemeldet? Tony Stewart gewann nach einer beeindruckenden Vorstellung das Emory Healthcare 500 auf dem Atlanta Motor Speedway. Rechtzeitig zum Chase-Beginn holte sich der Stewart/Haas-Teambesitzer seinen ersten Saisonsieg, auf den er 31 Sprint-Cup-Rennen lang (Kansas, Oktober 2009) warten musste.

Natürlich: Stewart fuhr 2010 in Bristol, Loudon und Pocono dreimal auf Platz zwei und es stand eigentlich auch nie zur Debatte, dass "Smoke" die Playoffs verpassen würde. Aber in allen Diskussionen rund um die potenziellen Titelfavoriten fiel der Name Tony Stewart nicht. Das könnte sich nach den vier Rennstunden von Atlanta geändert haben.

Zweiter wurde ein tadellos auftretender Carl Edwards, dessen letzter Sprint-Cup-Erfolg noch länger zurückliegt (Homestead, November 2008). Wie Sieger Stewart hat auch der Roush-Pilot nun seinen Chase-Platz sicher und kündigte an: "Wir sind zurück im Geschäft!" Überhaupt stehen ein Rennen vor Toresschluss die aktuellen Top 10 der Fahrerwertung sicher in den Playoffs.

Dazu gehört - und das ist überhaupt nicht verwunderlich - auch Jimmie Johnson. Der Dauer-Champion der letzten vier NASCAR-Jahre fuhr seinen Hendrick-Chevrolet auf einen bombensicheren dritten Platz und machte damit allen Zweiflern klar, dass mit dem Titelverteidiger auch in der Saison 2010 zu rechnen sein wird. Die vermeitliche Formkrise kann als beendet erklärt werden.

Starker Hamlin mit Motorschaden

Weil in den USA am heutigen Montag der Labor-Day gefeiert wird, wurde in Atlanta erst am - nach lokaler Zeit - Sonntagabend gefahren. Und im ersten Renndrittel sah das Geschehen auch mehr nach einer sonntäglichen Kaffeefahrt aus: 133 der insgesamt 325 Runden passierte gar nichts. Abwechselnd Stewart und Denny Hamlin (Gibbs-Toyota) hatten die Sache fest im Griff.

Dann folgten drei Gelbphasen kurz hintereinander, was Stewart einen Konkurrenten entledigte: Das Toyota-Triebwerk von Hamlin verabschiedete sich. "Klar ist das Pech, aber wir haben eine starke Pace gezeigt", zeigte der Atlanta-Polesitter gemischte Gefühle. Seine Prognose: "Wir werden im Chase um den Titel kämpfen." Hamlin wurde als 43. und Letzter gewertet, hat aber als Gesamtzehnter sein Playoff-Ticket in der Tasche.

Kurze Zeit später wurde Greg Biffle von Ryan Newman (Stewart/Haas-Chevrolet; 8.) umgedreht. Sein Roush-Ford krachte in die Mauer und nahm dabei den unbeteiligten Petty-Ford von Elliott Sadler mit. Biffle fuhr nach einer langen Reparatur wieder auf die Strecke und landete am Ende auf Rang 36. Damit hat er in der Gesamtwertung nun 161 Punkte Vorsprung auf Platz 13.

Eine leicht kuriose Situation, denn Biffles Unfallgegner Newman belegt derzeit diesen 13. Platz. Laut der NASCAR-Arithmetik könnte Newman mit einem Sieg und den meisten Führungsrunden in Richmond maximal 195 Zähler einsammeln. Weil es für Rang 43 - den Biffle sicher hat - 34 Punkte gibt, steht auch der Roush-Pilot im Chase, wenn er am kommenden Wochenende nicht Letzter wird.

Bowyer mit mehr als einem Bein im Chase

Nach dem Hamlin-Ausfall bekam Stewart an der Spitze Gesellschaft von Edwards und Johnson. Sein Stewart/Haas-Chevy hatte bei fast allen Restarts mit großen Problemen zu kämpfen: "Ich habe bis kurz vor Schluss keinen einzigen Restart erwischt", gab der mit durchdrehenden Rädern hadernde Sieger zu. "Erst gegen Ende hat es dann geklappt."

40 Runden vor Schluss fiel Stewart deswegen sogar aus den Top 5 heraus. Seine Position übernahm nun Kasey Kahne (Petty-Ford), der sich seinerseits einen schönen Infight mit Edwards und Johnson lieferte. Doch auch Kahne erwischte es nach einem Restart, als er mit Newman aneinander geriet. Dies beförderte Vorjahressieger Kahne an die Box. Mit Rang 32 und 17 Runden Rückstand sind seine Chase-Chancen nun endgültig dahin.

Gleiches gilt übrigens auch für Juan Pablo Montoya, der in Atlanta nach einem grundsoliden Rennen auf Platz neun ins Ziel kam. Auftritte wie am Sonntagabend hätte der Earnhardt/Ganassi-Pilot in dieser Saison öfter benötigt, dann wäre er nicht mit einem aktuellen Rückstand von exakt 200 Punkten vorzeitig aus dem Playoff-Rennen ausgeschieden.

Eigentlich ist der Chase in diesem Jahr vorzeitig entschieden: Clint Bowyer (Childress-Chevrolet; 7.) bot eine fehlerfreie Vorstellung und hat sein Ticket fast sicher in der Tasche. Newman (-117 Punkte), Jamie McMurray (-128) und NASCAR-Oldie Mark Martin (-147) haben allesamt nur noch theoretische Chancen. Ab Gesamtplatz 16 hat sich das Chase-Thema für alle anderen Piloten auch rechnerisch erledigt.

Zwei Topstars fehlen im Chase

So stand im Atlanta-Finale nur die Frage im Raum, ob Stewart seine Restart-Probleme in den Griff bekommen würde. Die klare Antwort lautete "Ja" und der zweifache NASCAR-Champion brachte am Ende einen deutlichen Vorsprung von über eine Sekunde auf Edwards und Johnson nach Hause. "Im Verkehr hatte ich große Probleme, aber meine Jungs haben mich an der Box wieder nach vorne gebracht", bedankte sich Stewart. Den Rest erledigte der Chef persönlich.

Hinter diesem Spitzentrio holte sich Jeff Burton (Childress-Chevrolet) nach großen Schwierigkeiten in der Anfangsphase noch einen vierten Platz. Gleiches gilt für die Gebrüder Kyle (5.) und Kurt (6.) Busch (Gibbs-Toyota bzw. Penske-Dodge). Wie Burton mussten sich beide im Rennverlauf wieder in die Führungsrunde zurück kämpfen. Alle drei stehen in den Playoffs.

Tabellenführer Kevin Harvick (Childress-Chevrolet) wurde nach einem heftigen Reifenplatzer nur 33., Jeff Gordon kämpfte mit dem Handling seines Hendrick-Chevrolets und landete am Ende auf Rang 13. Der zehnte und letzte sichere Chase-Kandidat ist Matt Kenseth, der in seinem Roush-Ford wie immer unauffällig als Elfter ins Ziel kam. Eine klassische Kenseth-Qualifikation.

Damit sind im NASCAR-Chase 2010 fast alle "Big Names" der Serie vertreten. Die beiden einzigen Ausnahmen sind - aller Wahrscheinlichkeit nach - Mark Martin und vor allem Publikumsliebling Nummer eins Dale Earnhardt Jr., der in Atlanta wieder einmal ein farbloser 22. wurde. In Sachen Zuschauerzuspruch und Einschaltquoten eine ganz bittere Pille für NASCAR.

Autor: © Motorsport-Total.com
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