| Nelson Piquet Jr möchte in Le Mans starten |
Interview - Nelson Piquet Jr
Piquet: «F1 ist ein Durcheinander»
Nelson Piquet junior bereitet sich derzeit auf einen Neustart seiner Karriere vor und plant auch, in Le Mans zu fahren.
In Daytona absolvierte Nelson Piquet Jr sein erstes Ovalrennen in der viertklassigen ARCA-Serie. Exklusiv für MOTORSPORTaktuell.com äussert sich Piquet zu seinem ersten NASCAR-Rennen und seinen Zukunftsplänen.
Wie war dein Oval-Debüt aus
deiner Sicht?
Piquet: Grundsätzlich muss ich sagen: diese
Form von Racing ist natürlich komplett etwas anderes. Eine
völlig andere Welt. Aber es war gut. Vor allem aber hat mir das
Rennen heute sehr viel Spaß bereitet.
Obwohl du nur auf Platz 27 ins Ziel
gekommen bist?
Piquet: Glaub mir, ich hatte Spass. Verdammt
viel sogar. Im Rennen ging es extrem eng zu. Jeder fährt hier
technisch nahezu auf dem gleichen Level. Und das macht den Reiz aus.
Du bist von einem für einen Debütanten hervorragenden siebten Platz gestartet, lagst sogar lange Zeit auf dem fünften Platz. Aber dann ging es für dich nach hinten.
Piquet: Naja, das war ja fast zu erwarten, dass es im Rennen eine komplett andere Geschichte sein würde. Nachdem das Rennen unterbrochen worden war, konnte ich mein Auto nicht starten. Irgendein Problem mit dem Hauptschalter. Schlechte Kontakte oder so was. Also bin erst mal wieder hinterher gefahren, so um den 22., 23., 24. Platz.
Von dort ging es ja wieder bestens
nach vorne, aber irgendwann war Schluss.
Piquet: Ich habe es
zurück auf den zwölften Platz geschafft. Alles lief
perfekt. Mit Sicherheit wäre ich vorne mit dabei geblieben. Aber
ich hatte viele Feindkontakte. An drei Ecken schabten die Kotflügel
an den Reifen. Vorne rechts war die Aerodynamik beim Teufel.
Irgendwann war ich viel zu langsam und konnte den Anschluss nicht
halten. Es gab langsame Gegner, und verrückte.
Was ist für dich die wichtigste
Erkenntnis des Tages?
Piquet: Ich habe heute viel, viel mehr
gelernt, als ich mir je vorgestellt habe. Geduld ist das A und O.
Einfach Geduld haben. Das ist das Wichtigste.
Du hattest auch eine Kollision mit
Danica Patrick.
Piquet: Was soll ich machen? Ich wurde nach
unten gedrängt, sie wollte wohl gerade unten durch. Da hat sie
sich gedreht.
Was sind deine nächsten
Pläne?
Piquet: Am Freitag fahre ich in der Truck-Serie
für das Team von Red Horse Racing.
Wieviele Rennen hast du
eingeplant?
Piquet: So viele ich will – und wenn die ersten
Rennen gut verlaufen, fahre ich eben die ganze Saison.
Und wenn nicht?
Piquet: Dann
fahre ich nur sieben Rennen. Denn somit wäre ich im nächsten
Jahr noch als Rookie startberechtigt. Damit hätte ich einen
weiteren Satz neuer Reifen zur Verfügung.
Was sind die deine weiteren
Pläne?
Piquet: Ich habe alle möglichen Pläne
und halte Augen und Ohren offen. Mal sehen, was ich zum Fahren finde.
Im Dezember bin ich zum Beispiel bei der Kart-WM in Las Vegas Achter
geworden, direkt hinter Michael Schumacher. Ich arbeite auch an einem
Deal, um mit einem GT2-Ferrari in Le Mans an den Start zu gehen.
Und was ist mit Formel 1?
Piquet:
Wer weiss. Aber in diesem Jahr ist die Formel 1 irgendwie ein
ziemliches Durcheinander, mit all diesen Teams, von denen keiner
weiss, ob sie starten werden oder nicht. Erinnert mich alles mehr an
die GP2.
