Der verletzte Weltmeister wird heute nach Deutschland verlegt. Auch Matthias Kröger erhebt Vorwürfe bezüglich der französischen Bahnen.
Heute, Montag, soll der vor sechs Tagen beim Langbahn-Grand-Prix in Marmande schwer gestürzte Gerd Riss aus Frankreich nach Deutschland verlegt werden. Der ADAC will den Weltmeister von Marmande ins Krankenhaus nach Memmingen fliegen lassen. Sein Gesundheitszustand ist stabil. Ruhe und Infusionen bestimmten die Tage seit seinem Unfall.
Matthias Kröger, WM-Vierter des letzten Jahres, sah Riss´ Unfall vom Fahrerlager aus: „Gerd war im Kampf mit Kylmäkorpi aussen und, weil dort vor ihm Pepi Rudolph war, wollte er wohl nach innen ziehen. Dabei muss er auf eine glatte Stelle gekommen sein und stürzte. Die Bahnverhältnisse waren extrem unterschiedlich. Wenn du bei diesen Verhältnissen in eine Rille gekommen bist, dann war das so, wie wenn man gegen eine Bordsteinkante fährt.
Auch die französischen Fahrer registrierten den schlechten Zustand der Bahn. Kröger: „Matthieu Tresarrieu sah sich die Bahn zwei Tage vor dem Rennen an. Sie wurde mit Rasensprengern bewässert. Er sagte dem Bahnmeister, dass zu viel Wasser auf der Bahn sei. Aber der Bahnmeister hat anscheinend nicht auf ihn gehört.“
Teamweltmeister Kröger: „Ich kenne Marmande ja wirklich schon seit vielen Jahren. Es ist nicht mehr das Marmande wie früher. In diesem Zustand war die Bahn schon mit der von St. Macaire vergleichbar.“
Der 41-jährige Holsteiner verpasste in Marmande das A-Finale gegen den punktgleichen Dirk Fabriek. Nach drei dritten Plätzen gewann er seinen letzten Vorlauf: „Obwohl ich diesen Lauf gewonnen habe, hat mir das Rennen keinen Spass gebracht. Ich habe bei diesen Verhältnissen nicht 100 Prozent riskiert“, gibt Kröger zu.
Wie für Riss und für Katt ist nach Marmande wohl auch für den Bokeler der Zug um den Titelkampf abgefahren (Tabellenplatz 5 mit 50 Punkten). „Das Ergebnis hat mir Luft nach hinten verschafft, aber auch einen Rückschlag auf die Spitze. Jetzt kommen mit Eenrum, Vechta und Marienbad nur noch schöne Bahnen, echte Langbahnen, auf denen es nur noch auf den Fahrer ankommt. Aber gerade in Eenrum werden die Holländer auch noch einen Gang höher schalten“, glaubt Kröger.
Wenn weiterhin auf solch schlechten,für die Fahrer gefährlichen Bahnen,der Langbahnsport ausgetragen werden soll,ist das das Ende des Langbahnsports.In den oberen Etagen der zuständigen Verbände müssen sich mehr ehemalige aktive Weltklassefahrer einbringen!Von etwa 1972-1999 bin ich aktiver Bahnsportfan gewesen;zu der Zeit stand noch mehr oder weniger der Fahrer im Vordergrund,jetzt geht es doch nur noch um das Geschäft.Unter diesen bestehenden Voraussetzungen hat der Langbahnsport,wenn er nicht professioneller(wie beim Speedway)durchgeführt wird,keine Zukunft.
Ich wünsche Gerd Riss eine baldige,vollständige Genesung.









