Von Gunnar Möhrke
Neben dem Langbahn-WM-Auftakt am Sonntag in Marienbad/CZ können die Fans der Stahlschuhartisten über Pfingsten gleich sieben hochkarätige Bahnrennen im Inland erleben.
Speedway Grand Prix Qualifikation in Abensberg
Die deutschen Speedway-Cracks sind gerüstet für den ersten Schritt auf dem langen Weg zu einer möglichen Qualifikation für den Speedway Grand Prix 2012. In Abensberg treten am Pfingstmontag, den 13. Juni, mit Martin Smolinski, Tobias Kroner und Christian Hefenbrock die drei derzeit wohl stärksten deutschen Fahrer in der ersten Qualifikationsrunde an und treffen dort auf 13 Konkurrenten aus neun verschiedenen Ländern.
Positiv stimmt das tolle Resultat, das die Deutschen als Team vor einigen Wochen bei der Qualifikation zum Speedway World Cup eingefahren haben. In Landshut setzte sich die Mannschaft um Kapitän Martin Smolinski gegen die USA, Finnland und die Ukraine durch und steht nun am 9. Juli in Vojens in Dänemark zum ersten Mal seit sechs Jahren wieder im Finale um den Speedway World Cup. Gegner werden dort Dänemark, Australien und Schweden sein.
Doch zuvor kommen die drei Rennfahrer erst einmal nach Abensberg. Die Chancen für einen Einzug in die nächste Runde stehen nicht schlecht. Gerade Martin Smolinski, Vereinsmitglied beim MSC Abensberg und absoluter Publikumsliebling, präsentierte sich in Landshut in bestechender Form und holte 14 von 15 möglichen Punkten. "Mit der Form aus Landshut wird Martin sicher weiterkommen", sagt Dr. Christoph Ries, Rennleiter des MSC Abensberg, der für den gesamten Rennbetrieb am Pfingstmontag verantwortlich ist.
Bereits am Pfingstsonntag bietet sich für die Fahrer die Möglichkeit, auf der Bahn im Stadion in Abensberg zu trainieren. Das wird Smolinski aber nicht wahrnehmen können, da er an diesem Tag im tschechischen Marienbad beim Langbahn-Grand-Prix starten wird. "Martin kennt jedoch unsere Bahn so gut, dass das für ihn kein Problem sein wird", ist sich Ries sicher. Neun von 16 Fahrern kommen eine Runde weiter.
Christoph Ries räumt auch Hefenbrock und Kroner gute Chancen ein. Ihre Gegner sind unter anderen Joonas Kylmäkorpi aus Finnland und Kyryl Tsukanov aus der Ukraine sowie Peter Kildemand und Kenneth Hansen aus Dänemark.
Australien schickt zwei echte Hochkaräter ins Rennen. Davey Watt hat vor einigen Jahren in Abensberg für Aufsehen gesorgt, als er die damalige Grand-Prix-Qualirunde mit fünf Siegen aus fünf Läufen gewann. Ausserdem ist mit Darcey Ward der amtierende Weltmeister bei den U21-Junioren mit dabei.
Der Start zum Rennen ist am Pfingstmontag, 13. Juni um 14 Uhr im Abensberger Speedway-Stadion. Doch schon zuvor gibt es jede Menge Attraktionen. Am Sonntag beginnt um 14 Uhr das öffentliche Training. Am Abend findet ab 20 Uhr das bereits zur Tradition gewordene Speedway-Open-Air statt. Einlass auf die Open-Air-Wiese am Stadion ist ab 18 Uhr. Es spielt die Abensberger Kult-Band "Luis-Trinkers-Höhenrausch". Unterstützt wird die Gruppe von einer weiteren Abensberger Formation, nämlich "The Prosecution". Die junge Truppe konnte in den letzten Jahren ziemlich auf sich aufmerksam machen. Die Stadiontore öffnen am Montag um neun Uhr zu Frühschoppen mit Blasmusik.
Um 12.00 Uhr präsentieren sich alle Fahrer bei einer Autogrammstunde, und dann geht es los. Für das Rahmenprogramm haben sich die Organisatoren um MSC-Vorstand Fritz Zeilbeck wieder einiges einfallen lassen. In den Rennpausen sorgt ein Trial-Bike-Fahrer mit Sprüngen über Autos und anderen spektakulären Stunts für Staunen. Auch Live-Bodypainting wird wieder zu sehen sein. Für die Kinder gibt es eine Hüpfburg, eine Eisenbahn und einen Schminkstand. Neben der Rennbahn werden tolle Sportwagen von Porsche zu sehen sein. "Ausserdem wollen wir die original getragene Fahrerweste von Martin Smolinski verlosen", verspricht Fritz Zeilbeck.

Der Bergring – die Faszination zu Pfingsten
Zu Pfingsten auf den Bergring – das wird für viele tausend Besucher auch in diesem Jahr, wenn das 91. Teterower Bergringrennen ausgetragen wird, wieder das Ziel der Feiertagsgestaltung sein. Im Mittelpunkt der sportlichen Auseinandersetzungen stehen die begehrten Trophäen "Grünes Band" und der mit dem Flair langjähriger Tradition verbundene "Bergringpokal".
Aber was macht die Faszination dieser Veranstaltung aus? Ist es die einmalige Rennstrecke in der mecklenburgischen Schweiz? Ist es die Verbindung von sportlichem Grossereignis und Volksfest? Sind es die wagemutigen Männer und auch Frauen auf ihren schnellen Maschinen? Vielleicht ist es von allem ein wenig, und die Mischung macht genau den besonderen Reiz aus. Aber wahrscheinlich lässt sich die Faszination Bergring in Teterow rational überhaupt nicht erklären. Für viele Besucher steht dieser jährliche Termin sowieso schon fest, und sie machen sich stets zu Pfingsten auf und pilgern an die Rennstrecke. Aber es sind eben nicht nur eingefleischte Fans, sondern es sind auch Familien, die an diesem Feiertags-Wochenende etwas Sinnvolles gemeinsam unternehmen wollen, es sind auch Freundesgruppen, für die auch das Erleben von Gemeinschaft im Mittelpunkt steht – und natürlich kann man auch allein kommen, um das Fluidum ungestört zu erleben. Der Bergring bietet für jeden etwas, er verbindet zwischen den Generationen, zwischen den Einheimischen und den Gästen, und so ist ein Besuch dieser Veranstaltung sicher eines der Dinge, die jeder Mecklenburger mindestens einmal gemacht haben sollte.
Der Bergring ruft! Und eben auch die Rennfahrer – in diesem Jahr reisen Aktive aus zehn Nationen ins Herzen Mecklenburgs. In der Königsklasse fahren auf dem Bergring natürlich die Solisten mit ihren 500er-Bahnmaschinen. Diese Aggregate werden extra für dieses eine Wochenende vorbereitet. Da der Kurs sich von allen anderen Bahnrennen unterscheidet, gilt es spezielle Anpassungen vorzunehmen, sodass die Links- und Rechtskurven genauso gemeistert werden können wie die diversen Sprünge. Zu den Favoriten zählt Enrico Janoschka, der vor kurzem geheiratet hat und einen Teil seiner Flitterwochen auf der schönsten Grasbahn Europas verbringen wird.
Dass er diese besondere Strecke beherrscht, hat er in dem letzten Jahren mehrfach bewiesen, und so könnte er auch in diesem Jahr triumphieren, wenn die Konkurrenz ihn lässt. Die möglichen Gegner kommen mit Daniel Rath, Enrico Sonnenberg oder Dennis Stübe sowohl aus dem eigenen Club – in diesem Jahr sind übrigens insgesamt 19 Fahrer des MC Bergring dabei – als auch aus dem Ausland.
Zunehmendes Interesse ist bei den Aktiven der Eisspeedwayszene zu spüren. Dass Antonin Klatovsky Kampfgeist besitzt, ist bekannt, und schnell ist er auch. Noch laufen die Verhandlungen, aber schon allein die Ankündigung, dass der Rekord-Eisspeedway-Weltmeister Nikolai Krasnikov auf den Bergring kommen will, kommt einer Sensation nahe. So ist die missliche Situation, dass zeitgleich mit dem Bergringrennen auch ein Langbahn-GP in Marianske Lazne (CZ) stattfindet, leichter zu verkraften. Die Teterower Verantwortlichen haben sogar versucht, dort eine Terminverschiebung zu erwirken, leider ohne Erfolg.
Bei den Moto-Crossern, die massgeblich zum besonderen Charakter der Veranstaltung beitragen, gehen 24 Fahrer an den Start. Es wird in zwei Gruppen um den Einzug ins Finale gekämpft. Natürlich werden wieder Rennen linksherum und als schon etablierte Besonderheit auch rechtsherum ausgefahren. Auch die "Amazonen" sind wieder dabei, jene Damen, die auf 650ccm-Maschinen ihre Fahrkünste unter Beweis stellen. Beim Speedcrosspokal werden sich die drei schnellsten Frauen mit der Männerkonkurrenz messen. Abgerundet wird die Veranstaltung mit einem Feld der Quads, die ja schon viel Erfahrung auf dem 1877m-Kurs besitzen und speziell rechtsherum die beste Figur abgeben.
Die Grösse der Anlage, die für die Fahrer die Herausforderung darstellt, wirft auch für die Zuschauer eine Frage auf. Wo sieht man am besten? Die Einzigartigkeit der Rennstrecke erlaubt verschiedene Antworten, drinnen oder draussen – eine Besonderheit für Bahnrennen ist, dass sich die Zuschauer auch innerhalb der Bahn aufhalten können und so gibt es sowohl innen wie auch aussen viele Plätze, die einen besonderen Blick erlauben – ob nun am Startberg, in der Nordkurve, am Hechtsprung, am Hans-Winkler-Hang oder in der Südkurve. Es ist nicht möglich, die gesamte Strecke einzusehen, und so hat die Streckenreportage eine wichtige Bedeutung. Sie gehört zum Flair des Bergrings, und gerade die eindrucksvolle Beschreibung der Zweikämpfe, die man selbst nicht sieht, aber live dabei ist, weil man sie akustisch verfolgen kann, macht auch einen Teil des Reizes dieser Veranstaltung aus.
Dies alles ergibt die Faszination Bergring, aber die Wichtigsten sind zweifelsohne die Rennfahrer, die – wenn sie erfolgreich den Kurs bewältigen – schnell zu modernen Helden werden können. Daher heisst es wieder zu Pfingsten: Der Bergring ruft! Und wer seinem Ruf folgt, für den gilt dann: einmal Bergring – immer Bergring!
Und nach dem Bergring - Abends zum Speedway
Wenn die Motoren auf dem Bergring verstummen, beginnt die Action auf der Speedwaybahn. Am Sonnabend führt der Weg die Fans in die nahe gelegene Bergringarena, und am Sonntag geht es ins etwa 30 Kilometer entfernte Güstrower Stadion. In Vorbereitung auf die Veranstaltungen haben sich die Verantwortlichen der beiden Ortsclubs im ADAC Hansa getroffen, um bei der Verpflichtung der Fahrer zusammenzuarbeiten. Beide Veranstaltungen haben einen vergleichbaren Charakter und bieten jeweils einen aussergewöhnlichen Event im deutschen Speedwaysport.
Bei realistischer Betrachtung der Situation im internationalen Speedway wurde schnell klar, dass es nicht möglich ist, ein gesamtes Feld für zwei Tage zu binden. Viele Aktive haben Verträge in der polnischen Liga und müssen am Sonntag dort starten. Aber man war sich einig, dass es weitere Überlegungen für gemeinsame Planungen geben wird. Zur Freude vieler Fans wird es aber eine Reihe von Fahrern geben, die bei beiden Rennen starten.
10. Auerhahnpokal in der Bergringarena
Am Sonnabend kämpfen ab 19:30 Uhr Fahrer aus 10 Nationen nun schon zum 10. Mal um den Auerhahnpokal. Die gastgebende Nation wird durch Christian Hefenbrock, Mathias Schultz und Tobias Kroner vertreten. Ihre Gegnerschaft wird vom Polen Sebastian Ulamek, der in Teterow den Status des Publikumslieblings geniesst, angeführt. Aber ob einer von ihnen Chancen auf den Sieg im über sechs Runden ausgetragenen Finale hat, muss sich erst noch zeigen. Auf dem Weg in den Endlauf müssen sich alle Teilnehmer in den 20 Läufen und den beiden Semifinals erst noch beweisen. In jedem Fall sind die Teterower Verantwortlichen darauf vorbereitet, schnellstens gleichwertige Fahrer nachzunominieren, falls ein verpflichteter Sportler am 11. Juni nicht zur Verfügung steht.
Internationaler Pfingstpokal in Güstrow
Der Klassiker im Speedwaysport der Barlachstadt steht wie immer am Pfingstsonntag an. Genauso wie auch in der Nachbarstadt wird dieses Rennen unter Flutlicht ausgetragen und ist ein Garant für hervorragenden Sport. Getreu dem Motto – nur ein ausgeglichenes Starterfeld ermöglicht spannende Positionskämpfe – läuft derzeit noch die Verpflichtung der Fahrer. Aus deutscher Sicht werden Kevin Wölbert, Christian Hefenbrock, Tobias Kroner, Roberto Haupt, Tobias Busch und Mathias Schultz dabei sein. Sie stellen sich auch in Güstrow einer internationalen Konkurrenz, in welcher auch der Titelverteidiger, also der Gewinner des Pfingstpokals 2010, Lukas Dryml aus Tschechien, zu finden ist. Der Start erfolgt um 20 Uhr und im Rahmen des Hauptereignisses werden auch vier Gespanne unter ihnen die einheimischen Stefan Radtke/Christoph Schwass den Zuschauern ihr Können demonstrieren.
Das Wochenende beginnt in Teterow und Güstrow übrigens schon am Freitagabend. In der Bergringarena kann man ab 18 Uhr die spektakuläre Autoshow "Dirt Drift" erleben und anschliessend gibt es Party. Hierfür gibt es – wie am ganzen Wochenende – einen Buspendelverkehr als Service für die Besucher. In Güstrow findet um 21 Uhr ein Lauf zur Landesmeisterschaft als Einstimmung auf das bahnsportliche Highlight zu Pfingsten statt.
Zeitplan in Teterow:
11. Juni:
09:00 Uhr Training
14:00 Uhr Start Bergring
19:30 Uhr Start Auerhahnpokal
12. Juni:
11:00 Uhr Eröffnung
12:00 Uhr Start
Fahrerfeld Auerhahnpokal in Teterow:
Mathias Schultz D
Tobias Kroner D
Christian Hefenbrock D
Sebastian Ulamek PL
Ronnie Jamrozy PL
Kacper Gomolski PL
Adrian Gomolski PL
Miroslaw Jablonski PL
Oliver Allen GB
Edward Kennett GB
Norbert Magosi HUN
Henning Bager DK
Kauko Nieminen FIN
Peter Ljung SWE
Andreij Karpov Ukraine
Alexandr Loktajew Ukraine
Fahrerfeld: Pfingstpokal in Güstrow
Kevin Wölbert D
Mathias Schultz D
Tobias Kroner D
Tobias Busch D
Roberto Haupt D
Christian Hefenbrock D
Ronnie Jamrozy PL
Adrian Gomolski PL
Oliver Allen GB
Edward Kennett GB
Henning Bager DK
Kauko Nieminen FIN
Lukas Dryml CZ
Timo Lathi FIN
Taylor Poole AUS
Tyson Burmeister USA
Deutsche Juniorenmeisterschaft in Norden
In diesem Jahr richtet der MC Norden am Pfingstsonntag einen Lauf zur Deutschen Juniorenmeisterschaft aus. Im Rahmenprogramm starten die Junioren B und C mit Läufen zur Norddeutschen Bahnmeisterschaft. In diesem Jahr sind fünf Läufe in der Juniorenmeisterschaft geplant. Nach dem Auftakt in Norden finden die weiteren Rennen am 14. August in Landshut, am 21. August in Diedenbergen, am 27. August in Berghaupten und am 25. September in Brokstedt statt.
Im Anschluss an das Rennen in Norden findet erstmalig eine Afterrace-Party mit Livemusik statt. Als Band konnten die "Tornados" verpflichtet werden. Der MC Norden freut sich auch auf den Besuch vieler Camper, und für diese steht die Wiese bereits ab 9. Juni zur Verfügung. So kann das Pfingstwochenende für einen Ausflug an die Nordsee genutzt werden.
Zeitplan in Norden
12. Juni:
10:00 Uhr Training
11:00 Uhr Juniorenklasse B und C
14:30 Uhr Start






