Der verletzte Langbahn-Einzel- und Team-Weltmeister glaubt: Deutschland kann am Samstag in Morizes ohne ihn gewinnen.
Sieben Wochen nach seinem schweren Sturz beim Langbahn-GP in Marmande hat der amtierende Einzel- und Mannschaftsweltmeister Gerd Riss bisher gesundheitlich nur geringe Fortschritte gemacht. Er läuft noch immer auf Krücken, hat eine Orthese für das Knie angepasst bekommen und kann seiner Arbeit als Zimmerermeister nicht nachgehen.
„Ich bin dreimal pro Woche bei der Krankengymnastik, ich bekomme Elektrostromtherapie und Lymphdrüsenmassage. Das Problem ist, dass ich durch den Peroneusnerv noch immer kein Gefühl unterhalb des Knies habe. In zwei Wochen muss ich wieder zum Neurologen – die Ärzte sagen, das Gefühl kann in zwei Wochen zurückkommen, oder auch in einem halben Jahr“.
Deshalb hat Riss die restlichen zwei WM-Läufe in Vechta und Marienbad bereits abgesagt. Er will bis Dezember oder Januar zuwarten, bevor er über seine weitere sportliche Laufbahn entscheidet: „Nach Weihnachten beginne ich immer mit meinem Vorbereitungsprogramm. Ich muss sehen, wie ich mich bis dahin fühle.“
Der dreifache Mannschaftsweltmeister sieht für das DMSB-Team am Samstag beim Team-WM-Finale im französischen Morizes reelle Chancen, zum vierten Mal den Titel zu holen- auch wenn es der erste ohne Riss wäre.
Riss´ Einschätzung: „Die Holländer fahren ohne Jannick de Jong, das überrascht mich. Und Fabirek war zuletzt nicht mehr so stark.“ Auch den Briten traut er den Titel nicht ohne weiteres zu: „Ihnen fehlt der starke dritte Mann. Richard Hall ist einfach zu unbeständig.“ Stärker schätzt der Rekordweltmeister die heimischen Franzosen ein: „Die beiden Tressarieus sind sowieso stark. Und mit Lespinasse haben sie jetzt einen sehr guten dritten Mann.“
Dennoch glaubt der 45-jährige Bad Wurzacher, dass Katt, Kröger, Speiser und Smolinski in der Teamleistung die Besten sind.
Trotz seiner WM-Absage für dieses Jahr will Gerd Riss zur WM-Entscheidung am 18. September auf seiner Lieblingsbahn im tschechischen Marienbad anreisen: „Ich muss ja meine Nummer-1-Fahrerweste zurückgeben und den Weltpokal, der eine Wandertrophäe ist“, sagte Riss verschmitzt. In Marienbad wird er aber auch für seine Fans zur Verfügung stehen.
Mannschaftsaufstellungen Langbahn-Team-WM-Finale – 4. September 2010 (21 Uhr) in Morizes/F:
Deutschland: Matthias Kröger, Stephan Katt, Richard Speiser, Martin Smolinski
Niederlande: Theo Pijper, Dirk Fabriek, Mark Stiekema, Sjoerd Rozenberg
Finnland: Joonas Kylmäkorpi, Rene Lehtinen, Passi Pulliainen, Aki Mustonen.
Frankreich: Stephane Tresarrieu, Mathieu Tresarrieu, Jerome Lespinasse, Theo di Palma
Tschechien: Zdenek Schneiderwind, Richard Wolff, Pavel Ondrasik, Josef Franc
England: Andrew Appleton, Richard Hall, Glenn Phillips, Chris Mills







