Langbahn-WM: Speiser Vizeweltmeister hinter Kylmäkorpi

Von Susi Weber und Thomas Schiffner
Beim Finale in Morizes sicherte sich der Finne Joonas Kylmäkorpi erwartungsgemäss seinen zweiten WM-Titel. Richard Speiser konnte seinen 2. Rang vor Stephan Katt knapp ins Ziel retten und ist erstmals Vizeweltmeister.

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Langbahn-WM
Foto: Sievers

Glanzvolle Saison von Richard Speiser, die mit der Vizeweltmeisterschaft und dem erneuten Titel "bester deutscher Fahrer" belohnt wurde

Glanzvolle Saison von Richard Speiser, die mit der Vizeweltmeisterschaft und dem erneuten Titel "bester deutscher Fahrer" belohnt wurde

Was für ein Rennen! Was für eine Dramaturgie! Zwölf Punkte trennten Richard vor dem letzten Grand Prix vom Vize-WM-Titel. Zwei waren es am Ende. Gleich im ersten Lauf musste Speiser zu Boden: "Glen Phillips hat mich mitgerissen. Da dachte ich: Jetzt ist alles aus!“ Der Engländer wurde disqualifiziert. Speiser schaffte beim Rerun trotz angeschlagenem Maschinenmaterial einen zweiten Platz. Auch im zweiten Lauf konnte Speiser mit einem drittem Rang punkten. Doch dann kamen die Vorläufe drei und vier und damit auch die magere Ausbeute von nur einem Punkt: "Ich hatte schlechte Startplätze, war eingezwickt und immer, wenn ich außen zum Überholen ansetzen wollte, habe ich aufgrund der Staubentwicklung nichts mehr gesehen.“ Die acht erzielten Vorlaufpunkte genügten zwar für das Halbfinale, der Einzug in den Lauf der besten Sechs blieb Speiser aber definitiv versagt. Parallel punkteten andere: Joonas Kylmäkorpi beispielsweise, der bereits nach den Vorläufen endgültig als Weltmeister feststand. Aber auch Stephan Katt, der Speiser noch vom Thron des Vize-Weltmeisters hätte stürzen können. Katt schrieb in seinem Semi hinter Theo Pijper vier Punkte, Speiser im zweiten Halbfinale hinter Stephane Tresarrieu, Dirk Fabriek und Mathieu Tressarieu deren zwei. Damit war klar: Gewinnt Katt das Finale, gibt es ein Stechen zwischen ihm und Speiser um die Silbermedaille. Der Börwanger blieb im Endlauf erstmals in der laufenden Saison außen vor und musste zuschauen: „Eine totale Katastrophe und Anspannung pur!“ Sportlich fair wünschte er seinem Neuwittenbeker Nationalmannschaftskollegen dennoch viel Erfolg: "Ich hätte auch damit leben können, wenn er den Grand Prix gewinnt. Der Ausgang so ist mir natürlich lieber.“

Ausgerechnet Katt war es, der Speiser 2010 durch seinen Sieg in Marienbad und dem entscheidenden Punkt weniger für Appleton schon zu WM-Platz drei verholfen hat. Im WM-Finale 2011 fuhr der Deutsche Langbahnmeister der Jahre 2010 und 2011 als Vierter über die Ziellinie und profitierte noch von der Disqualifikation Kylmäkorpis wegen Durchfahren des Innenfelds. Der dritte Gesamtrang Katts im Finale sorgte für Speisers siebten Himmel: "Ich bin einfach nur glücklich über diesen Vize-WM-Titel.“ Mit fünf Finalteilnahmen, einem zweiten, einem dritten, zwei vierten, einem fünften und einem achten Rang punktete der 24-jährige Börwanger sehr konstant - und schaffte damit seinen bislang grössten Erfolg in der Langbahn-Einzel-Weltmeisterschaft.

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WM-Endstand nach 6 Rennen:

1. Joonas Kylmäkorpi, Finnland, 127
2. Richard Speiser, Deutschland, 103
3. Stephan Katt, Deutschland, 101
4. Theo Pijper, Niederlande, 96
5. Mathieu Tresarrieu, Frankreich, 90
6. Martin Smolinski, Deutschland, 83
7. Stephane Tresarrieu, Frankreich, 75
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8. Matten Kröger, Deutschland, 73
9. Herbert Rudolph, Deutschland, 70
10. Dirk Fabriek, Niederlande, 59
11. Jörg Tebbe, Deutschland, 58
12. Glen Phillips, Großbritannien, 53
13. Josef Franc, Tschechien, 51
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14. Richard Hall, Großbritannien, 50
15. Andrew Appleton, Grossbritannien, 48
16. Jerome Lespinasse, Frankreich, 39
17. Aki Pekka Mustonen, Finnland, 37
18. David Bellego, Frankreich, 23.

Autor: Susi Weber u. Thomas Schiffner
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Magazin Nr. 11 / 2010
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