Richard Speiser hat in seiner erst zweiten Grand-Prix-Saison die Chance, Team-Weltmeister und bester deutscher GP-Fahrer zu werden.
Der erst 23-jährige Allgäuer startet morgen in Morizes zum zweiten Mal im deutschen Nationalteam und könnte nach Eenrum 2009 auch zum zweiten Mal den Team-Weltmeistertitel gewinnen. Letztes Jahr war er einmal ausgefallen und nach einem weiteren Einsatz vom Teammmanager ausgewechselt worden.
Damit klappte es auch beim GP in Eenrum 2010 für Speiser nur begrenzt: „Ich hatte fast noch keine Erfahrung auf der Bahn. Zwei Läufe bin ich im Verkehr stecken geblieben und da war es am Ende nur Platz 8.“
Trotzdem ist der Börwanger mit den Marcel-Gerhard-Motoren auf Rang 3 derzeit bester deutscher GP-Pilot. Nach mässigem Beginn in Pfarrkirchen (12 Punkte) fuhr er auf den schwierigen Bahnen in St. Macaire und Marmande jeweils ins A-Finale und ist damit hinter WM-Leader Joonas Kylmäkorpi (105 Punkte) und Theo Pijper (89) konstantester WM-Fahrer (71 Punkte).
Die jüngsten Rennen verschafften dem Maschinenbau-Studenten wieder Auftrieb: In Berghaupten lieferte er sich ein sehenswertes Duell mit Lokalmatador Bernd Diener und wurde in dem mit zehn Grand-Prix-Piloten besetzten Feld Zweiter: „Ich sehe, dass es läuft - und bin zuversichtlich für die Team-WM. Eine WM, das ist auch viel Kopfsache“, weiß Richard Speiser.
Zum zweiten Platz in Berghaupten: „Ich habe hier gesehen, dass ich alle schlagen und ein Rennen auch von hinten kommend noch entscheiden kann. Ich glaube, ich habe hier mehr Überholmanöver geliefert als alle anderen miteinander.“
Für die letzten beiden GP-Rennen in Vechta (11. September) und Marienbad (18. September) ist der Allgäuer vorsichtig optimistisch: „Für die Bahn in Vechta braucht man viel Erfahrung. Ich bin erst einmal dort gefahren. In Marienbad war ich noch nie auf der Bahn. Letztes Jahr war ich verletzt und nur als Zuschauer dort. Ich denke aber, dass man dort starke Motoren braucht und die habe ich von Marcel Gerhard.“
Von daher wäre Speiser zufrieden, seinen 11-Punkte-Vorsprung auf den WM-Vierten Andrew Appleton bewahren zu können. „Ich hoffe WM-Platz 3 halten zu können.“
Dann wäre Speiser im Jahr nach seiner Trennung von Mentor und Berater Robert Barth erfolgreichster deutscher Langbahnfahrer – für viele eine faustdicke Überraschung.







