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Eisspeedway: GM-Eisspeedway-Motor: Er läuft!

Von MSa-Reporter Thomas Schiffner
Mit einem italienischen Zweiventil-Bahnmotor wollen Marcel Gerhard und Joachim Kugelmann dem Monopolisten Jawa einheizen. Jungfernfahrt in Schweden diese Woche.


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Eisspeedway
Foto: Kugelmann

Alles original GM, ausser Kopf und Kolben: GM-Zweiventil-Eismotor von Gerhard und Kugelmann.

Alles original GM, ausser Kopf und Kolben: GM-Zweiventil-Eismotor von Gerhard und Kugelmann.

Günther Bauer fuhr voraus und der Motor reiste hinterher. Weil der Protoyp des Zweiventil-GM-Bahnmotors "Spitz auf Knopf" fertig wurde, haben die Konstrukteure Marcel Gerhard (Frauenfeld) und Joachim Kugelmann (Rettenbach) nach den letzten Arbeiten und nach diversen Probeläufen auf Gerhards Motorprüfstand in der Schweiz das Aggregat per Kurierdienst nach Schweden geschickt, wo der beste deutsche Spikepilot noch diese Woche den GM gegen seine Jawa-Motoren auswechseln wird.

Gerhard (Gesamtkonstruktion) und Kugelmann (Dreh- und Fräsarbeiten, Teileproduktion und gesamte Fertigung) haben den Zweiventiler mit dem italienischen Namen auf Wunsch von Günhter Bauer völlig eigenständig und autonom geplant und aufgebaut. Motorenproduzent Giuseppe Marzotto weiß davon, hat aber selbst den Prototypen noch nicht gesehen.

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Der Unterbau ist ein ganz normales GM-Kurbelgehäuse, darauf sitzt der normale GM-Zylinder (Hub/Bohrung 78,5 mm/90,0 mm). Gerhard/Kugelmann haben einen selbst gefertigten, aus dem vollen gefrästen Zweiventilkopf darauf gesetzt (Vierventiler sind auf dem Eis verboten). Der Zweiventiler arbeitet mit einer obenliegenden Nockenwelle über Kipphebel nach dem gleichen Prinzip wie sein Vierventil-"Bruder". Im Zylinder läuft ein Wössner-Kolben.

Die Prüfstandsläufe überraschten Gerhard selbst: "Die Ergebnisse sind besser als wir dachten. Die Prüfstandsdaten sind sogar sensationell. Das Drehmoment ist massiv besser als beim Jawa." Anders als ein Langbahnmotor braucht der Eismotor ein möglichst hohes Drehmoment, da die Charakteristik ein dauerndes "Bremsen" und Beschleunigen des Motors erfordert (weil die Spikes für extreme Traktion ohne Schlupf wie im Speedway sorgen).

Serienproduktion geplant

"Wir haben schon einen zweiten Motor auf die Reise nach Finnland gebracht. Dort wird Jouni Sepänen den Motor einsetzen", berichtet Kugelmann. Sepänen ist finnischer Eisspeedway-Vizemeister und gleichzeitig Teammanager der finnischen Bahnsport-Piloten.

"In das Projekt haben wir bisher rund 50.000 Euro gesteckt", überschlägt Gerhard. "Wir hoffen, dass wir in Kürze damit auch in Serie gehen können." – Wenn Günther Bauer auf dem Prototypen gegen die Russen mithalten kann, wird der Verkaufserfolg des schweizerisch/bayerischen Duos nicht ausbleiben.

Autor: Thomas Schiffner
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