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Motocross-Gespann-WM: Portrait Marko Happich/Martin Betschart: Starke Notgemeinschaft

Was zunächst nur eine Notgemeinschaft für den Saisonbeginn 2009 sein sollte, entwickelte sich zu einem trotzdiverser Widrigkeiten erfolgreichen Duo:
Marko Happich wurde mit Martin Betschart zum sechsten Mal deutscher Meister und beendete die WM auf Gesamtrang 4.

Eigentlich wollten Marko Happich und Meinrad Schelbert für 2009 wieder gemeinsam starten. Doch machte der Unterschenkelbruch, den sich Happichs Beifahrer bei der Team- EM Ende der Saison 2008 zugezogen hatte, mehr Probleme als zunächst angenommen. Bis heute ist Schelberts Bein nicht voll funktionsfähig, und so bleibt offen, wann – oder vielleicht sogar ob – er wieder fit für ein Comeback im Seitenwagen sein wird.

Rare Linksausleger-Beifahrer
Bei der Suche nach einem ebenbürtigen Ersatz hatte Happich Glück, denn Spitzenbeifahrer für Linksausleger sind besonders rar. Martin Betschart erklärte sich bereit, bis zur Genesung Schelberts auszuhelfen. Dass daraus ein Langzeitjob würde, der wohl noch bis ins kommende Jahr dauert, ahnte der Schweizer damals wohl nicht. Schon im Team von Andreas Bürgler hatte er Landsmann Schelbert abgelöst und dann 2007 massgeblich dazu beigetragen, dass Happich die Deutsche Meisterschaft nicht gewann. Doch trotz des Triumphes in der DM und eines respektablen vierten WM- Ranges war beim Team Bürgler/BetschartEnde2007 die Luft raus – die beiden Eidgenossen gingen nun getrennte Wege. Allerdings fühlte sich Betschart zu jung, um den Sport komplett aufzugeben. So half er 2008 bei dem jungen Österreicher Kevin Bitsche aus, der vom Erfahrungsschatz des Schweizers zweifellos profitierte. Zum Gespanncross kam Betschart erst 1999: «Ich bin mit meinem Cousin Edi Bürgler (Anm. d. Red.: nicht verwandt mit Andy Bürgler ) immer zum Zuschauen gegangen. Dann hat er mich gefragt, ob wir das auch probieren sollten.» Es folgten drei gemeinsame Jahre in der Schweizer Meisterschaft samt sporadischen WM-Auftritten. 2003 stieg Betschart übergangsweise bei Roland Suter ein, zwei Jahre später dann bei Andy Bürgler.

Cross- und Schiessprüfungen
Als Betschart Seitenwagen-Motocross noch von der Zuschauertribüne aus erlebte, hatte Marko Happich bereits seine ersten Erfolge eingefahren. Noch zu DDR-Zeiten fing der Naumburger auf Solomaschinen an: «In der Gesellschaft für Sport und Technik (GST) gab es eine Abteilung Motorsport. Dort fuhren wir auf Serienmaschinen wie der MZETZ 150 in Dreier-Teams Motorradpatrouille, eine Art Enduro-Wettbewerb mit Cross- und Schiessprüfung. »In der Abteilung fuhr mit Buchwald/Kasseckert auch ein Gespann-Team auf einer CZ des dreifachen DDR-Meisters Walter Dietrich.

Happich als Schmiermaxe
Nach der Wende kaufte sich Buchwald ein EML-Zabel auf Kredit, für ein Motorhome reichte es aber nicht. Happich erinnert sich: «So habe ich das Team immer mit meinem Wartburg samt Anhänger zu den Rennen gefahren und den Schmiermaxen gespielt. Doch Buchwald war das auf Dauer zu stressig. So verkaufte ich meine Solomaschine und übernahm das Gespann.» Samt Beifahrer Per Kasseckert, mit dem er bereits im zweiten Jahr seiner Karriere 1994 deutscher Pokalsieger wurde. Es folgten erste und bis zum ersten DM-Titel 2001 durchaus erfolgreiche Lehrjahre in der DM mit den Beifahrern Kasseckert, Beat Meyer und SebastianBöhme. Und spätestens seit seinem Vizetitel 2004, bei dem er von Thomas Weinmann unterstützt wurde, hat sich Happich in der WM-Elite etabliert. Doch dämpft der 38-Jährigedie Erwartungen der Fans: «Um Weltmeister zu werden, muss man heutzutage als Profi wie Willemsen oder die Hendrickx- Vettern antreten.» Für die nächste Saison könnte Happich zudem gezwungen sein, den einen oder anderen Grand Prix auszulassen, denn Betschart will sein Engagement zumindest auf WM-Ebene reduzieren. In der DM möchte das Duo allerdings auf Siegkurs fahren. «Reinhard Böhler war siebenmal Deutscher Meister, da muss für uns auch noch ein Titeldrin sein.» Oder vielleicht gar ein achter DM-Sieg im Jahr 2011?

Autor: Axel Koenigsbeck
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