Supermoto-ÖM: Großes Comeback von René Esterbauer

Das erste ÖM-Wochenende für den KTM-Piloten endete mit Pole und zwei Laufsiegen in Bad Fischau.

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Supermoto
Foto: Martin Sulzbacher

René Esterbauer feierte mit einem Doppelsieg in der S Open ein glückliches Comeback

René Esterbauer feierte mit einem Doppelsieg in der S Open ein glückliches Comeback<BR>

Die vierte Runde der österreichischen Supermoto Staatsmeisterschaft wurde am Wochenende vom 04. und 05. September im Motorsportpark Bad Fischau (NÖ) ausgetragen. Der Herbst zeigte sich von seiner besten Seite, und so konnten die Star-Drifter die Rennen nach der langen Sommerpause richtig genießen.

Klasse S1
Der Führende der Gesamtwertung, Viktor Bolsec (HR), konnte sich im Zeittraining gegen den Oberösterreicher Rudolf Bauer und Jürgen Künzel (D) durchsetzen. Nur sechs Hundertstelsekunden trennten die drei schnellsten Piloten voneinander. Den vierten Startplatz schnappte sich Hannes Maier (OÖ) vor Florian Praxmarer (T) und dem jungen Wiener Flo Wedenig.

Den Start ins erste Rennen entschied Viktor Bolsec für sich. Während Bauer, Maier und Praxmarer ebenfalls gut wegkamen, fiel Künzel ans Ende des Feldes zurück und versuchte, eine Aufholjagd zu starten. Auf der verwinkelten Strecke war dies aber ein schier unmögliches Unterfangen, das Künzel in Runde 4 beenden muss. An der Spitze tat sich in der Zwischenzeit wenig, die Positionen waren fest vergeben.

Bauer versuchte zwar alles, konnte sich aber nie in Schlagdistanz bringen, gleichzeitig wurde ihm auch sein Hintermann Maier nie gefährlich. Bis ins Ziel änderte sich nichts an den Platzierungen der ersten Runde, womit Bolsec einen verdienten Start-Ziel-Sieg vor Bauer, Maier und Praxmarer auf sein Konto verbuchen konnte.

Auch der Start ins zweite Rennen verlief für Bolsec planmäßig. Er setzte sich vor Künzel, Bauer und Maier an die Spitze. Während sich Bolsec absetzte, entflammte zwischen seinen Verfolgern ein harter Kampf um Platz 2. Anfangs konnte auch Flo Wedenig hier noch mitmischen, über die Renndistanz war der Druck für den Newcomer jedoch noch zu hoch und er verlor den Anschluss an die Führungsgruppe. Bauer konnte sich hier auf Platz 2 behaupten, kurz später schien auch Künzel den Kampf gegen Maier gewonnen zu haben und die dritte Position sicher ins Ziel bringen zu können. In der vorletzten Runde verlor der Wahlsachse aber die Kontrolle über seine Aprilia, büßte gut acht Sekunden ein und fiel hinter Maier auf Rang 4 zurück.

Praxmarer machte nach einem schwachen Start einige Plätze gut, konnte Künzel nach dessen Missgeschick aber nicht gefährlich werden und musste sich vor Wedenig mit Platz 5 begnügen.

Klasse S Open
In der hubraumoffenen Klasse S Open musste das Qualifying ausschließlich auf Asphalt ausgetragen werden. Der Offroad-Teil war von den letzten Regenfällen zu aufgeweicht, um sinnvoll befahren zu werden. Rene Esterbauer, der sich unmittelbar vor dem ersten Rennen 2010 bei einem Trainingssturz eine schwere Ellbogenverletzung zugezogen hatte, lieferte unter diesen Bedingungen ein perfektes Comeback: schneller als alle anderen umrundete er den Kurs und holte sich die Pole Position vor Thomas Neuburger, Heinz Hochreiter und Andreas Rothbauer.

Esterbauer setzt sich im ersten Lauf vom Start weg an die Spitze und sorgte mit einigen schnellen Runden dafür, dass ihm seine Verfolger nicht das Leben schwer machen. Sein Plan ging auf, Hochreiter und Schruf fighten mit dem jungen Tiroler Christian Enenkel um Platz 2.

Rundenlang führte kein Weg an ihm vorbei, doch noch im ersten Renndrittel konnte sich Hochreiter vorbeischieben. Der Altmeister und Local Heroe konnte sich zwar sofort absetzen, die Lücke zum Führenden Esterbauer konnte er aber nicht mehr schließen. Schruf machte gewaltig Druck auf Enenkel, der Junior wehrte sich aber heftig. So sorgten die beiden für ein spannendes Rennen und begeistern mit ihrem Kampf um Platz 3 die Fans. In der Endphase des ersten Laufs gelang es dem Niederösterreicher Schruf dann doch, sich an Enenkel vorbei auf Rang 3 zu pressen, und um ein Haar wäre auch der Deutsche Christian Schreyer noch am Tiroler vorbeigegangen.
So blieb es aber ganz knapp bei Platz 4 für Christian Enenkel.

Auch der zweite Lauf begann perfekt für Rene Esterbauer. Wieder setzt er sich an die Spitze, konnte sich diesmal aber nicht aus dem Staub machen. Heinz Hochreiter sass ihm im Nacken und liess über die gesamte Renndistanz nicht locker. Kurve um Kurve attackierte der Altmeister Esterbauer, doch dieser liess sich nicht aus der Ruhe bringen. Fehlerlos drehte der KTM-Pilot seine Runden, blockte alle Angriffe Hochreiters ab und holte sich bei seinem ersten ÖM-Wochenende 2010 den Hattrick: Poleposition, Sieg in Lauf 1 und Sieg in Lauf 2 gingen an Rene Esterbauer.

Hinter den beiden wehrt sich Thomas Neuburger erfolgreich gegen Hanson Schruf und holte sich nach einem starken Rennen Platz 3. Andreas Rothbauer fuhr nach einem durchwachsenen ersten Lauf lange Zeit auf Platz 5, musste in der allerletzten Runde aber Enenkel und Schreyer vorbeilassen und landete auf einem für ihn enttäuschenden 7. Platz.

Klasse ÖAMTC S3 und Jugend ÖM
Lukas Höllbacher dominierte auch in Bad Fischau die Junioren. Mit einem Doppelsieg baute er seine Gesamtführung weiter aus. In der Jugend-ÖM ist es Andreas Buschberger, gegen den kein Kraut gewachsen ist. Auch er holte wieder einen Doppelsieg und führt die Gesamtwertung mit der maximalen Punktzahl von 200 nach acht Läufen an.

Die letzten Rennen zur österreichischen Supermoto Staatsmeisterschaft 2010 finden am 09. und 10. Oktober auf dem ÖAMTC Wachauring Melk (NÖ) statt.

Autor: Martin Fülöp
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