Das Rennen auf dem Nürburgring, das einzige im FIM Superstock 1000-Weltcup auf deutschem Boden, sollte für BMW-Pilot Dominic Lammert zum Saisonhöhepunkt werden.
Im Training war die Welt des BMW-Fahrers aus Holzwickede auch noch in Ordnung. Doch dann kam alles anders. Als einzige Deutscher im hochkarätig besetzten Feld des Weltcups wollte er beim Heimrennen zu den Hauptakteuren auf der Strecke zählen.
Zumal sein Gesundheitszustand in den letzten Wochen Fortschritte gemacht hat. Der schmerzhafte Speichenbruch sowie der zerstörte Finger in der linken Hand rücken langsam in den Hintergrund. Ein Top Ten-Ergebnis sollte mindestens machbar sein.
Im Training ging der 22-Jährige zwar wieder zu Boden, weil der Gang im Getriebe unvermittelt heraussprang, doch Lammert überstand den Abflug ohne neue körperliche Blessuren. Fürs Rennen qualifizierte er sich mit einer Zeit von 2:00,257 min für die zweite Startreihe als starker Siebter. Daran wird sichtbar, wie schnell die Nachwuchsklasse, die als Sprungbrett für die Superbike-WM gilt, geworden ist. Vor einem Jahr wäre Lammert mit seiner Trainingszeit auf der Pole Position gelandet.
Als Zehnter kam er aus der ersten Rennrunde zurück. Nach drei Umläufen meldete er sich als Siebter zurück. Dann nahm das Debakel einen Lauf. Am Ende der Start- und Zielgeraden streikte wieder das Getriebe. Lammert konnte an der BMW S 1000 RR nicht vom dritten in den zweiten Gang schalten.
Um die Geschwindigkeit zu drosseln und einen Sturz zu vermeiden, fuhr er einen ausladenden Bogen. "Ansonsten hätte ich die Kurve nicht gekriegt." Im selben Moment rutschten fünf Gegner innen durch. Mit reichlich Wut im Bauch setzte Lammert zur Aufholjagd an, machte ein paar Plätze gut - bis das Getriebe drei Runden vor dem Schluss erneut streikte. "So macht das keinen Spaß", war Lammert im Ziel frustriert.
Motivation fehlt
Auf den letzten Metern war er auf Platz 11 vorgefahren. "Seit Saisonbeginn kämpfen wir mit den gleichen Problemen und haben selbst bei BMW wegen einer Lösung nachgefragt. Aber es ist keine Abhilfe in Sicht." Das Nervenkostüm von Lammert, der um den Titel mitfahren wollte, ist nach der verkorksten Saison dünner geworden.
Zwei Rennen im FIM Superstock 1000-Weltcup stehen noch aus, am 26. September in Imola und am 3. Oktober in Magny Cours. "Aber unter den momentanen Voraussetzungen fällt es schwer, die letzten beiden Läufe motiviert zu bestreiten."
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