Porträt
(Stand: Januar 2012) Timo Scheider - aus dem Spätstarter wurde ein zweimaliger Champion. In seiner siebten DTM-Saison holte er seinen ersten Podiumsplatz, in seinem achten Jahr 2008 gelang ihm endlich der ganz große Triumph: Er lieferte eine eindrucksvolle Saison im Audi A4 DTM ab und krönte sich zum Meister. Und im Jahr danach legte er nach: Scheider holte auch 2009 den Titel und wurde damit nach Bernd Schneider der erst zweite Pilot, dem die Titelverteidigung gelang.
Scheider gehört zu den "Alten Hasen" in der DTM und war bereits im Premierenjahr der "neuen DTM" 2000 dabei. Zuvor legte er die klassische Rennfahrerkarriere vom Kart über diverse Nachwuchsformelserien bis zur Formel 3 hin. In seinem Debütjahr in der Formel 3 (1997) war nur Nick Heidfeld schneller als er. Scheider hatte sogar schon ein Bein in der Formel 1, doch die Vertragssituation verhinderte einen Wechsel in die Königsklasse.
Und so kam Scheider im Jahr 2000 mit Opel in die DTM. Für viele galt er als "ewiges Talent". Fünf Jahre lang fuhr Scheider bei Opel, das Können war da, aber das Arbeitsgerät hatte meist nicht das Potenzial, um erfolgreich vorne mitzufahren. Heute sagt er über diese Zeit: "Es waren sehr harte Jahre, die mich sehr geprägt haben. Aber ich habe dort auch viel gelernt." Zum Beispiel, sich immer wieder durchzubeißen und aus nach Niederlagen gestärkt hervorzugehen.
2005 legte er eine DTM-Pause ein, 2006 bekam Scheider bei Audi eine neue Chance. Zunächst fuhr er eine Saison im Gebrauchtwagen der Ingolstädter, 2007 stieg er auf in den Neuwagen. Doch er stand zunächst im Schatten seiner Kollegen Mattias Ekström, Martin Tomczyk und Tom Kristensen. Sieben Jahre lang wartete er auf seine erste Podestplatzierung - das hatte ihm den nicht ganz ernst gemeinten Spitznamen "Podiumsverweigerer" eingebracht. Beim Saisonfinale 2007 in Hockenheim gelang ihm der lang ersehnte erste Sprung aufs Podest - und im Jahr darauf war er der Mann, der nicht zu schlagen war. 2009 wiederholte er den Erfolg.
Im Folgejahr musste er mit ansehen, wie Mercedes eine Macht war. Und auch 2011 lief es beim symptahischen Piloten nicht allzu gut. Zwar zog er sich als Gesamtvierter achtbar aus der Affäre, aber die Bilanz war dennoch nicht standesgemäß. Der zweimalige DTM-Champion verbuchte im gesamten Jahr nur einen einzigen Podestplatz.
Auch nach dem Gewinn der beiden Meistertitel blieb Scheider bodenständig. Mittelpunkt seines Lebens ist Sohnemann Loris. Zu Hause im österreichischen Lochau geht Scheider gern in die Berge, um abzuschalten und sich mental auf die Rennwochenenden vorzubereiten.
Ganz wichtig ist Scheider auch der gute Zweck: Er ist ein langjähriger Freund und Unterstützer von "Stunde des Herzens", einem Verein, der sich für die Unterstützung benachteiligter Kinder aus Österreich und Deutschland einsetzt.
Seit November 2008 ist Scheider Botschafter der Stiftung für Rückenmarksforschung "Wings for Life". Zudem engagiert er sich gegen Alkohol am Steuer und fördert die Jugendgruppe der Renngemeinschaft Graf Zeppelin in Friedrichshafen. Außerdem fördert der Audi-Pilot den Motorsportnachwuchs mit seinem "Nintendo Team Scheider".