Porträt
(Stand Januar 2011) Eigentlich hatte Kris Meeke seine beruflichen Weichen schon gestellt: Nach seinem erfolgreichen Maschinenbau-Studium in Belfast war der Nordire drei Jahre lang als Designer bei der britischen Rallyeschmiede M-Sport tätig. Allerdings hielt es nicht lange hinter dem Schreibtisch, sondern es zog ihn hinter das Lenkrad. Spätestens nach dem Gewinn eines Nachwuchswettbewerbs im Jahr 2000 und dem folgenden Start bei einer nationalen Rallye in Wales stand für ihn fest, seine Karriere als Rallye-Pilot aktiv weiterzuverfolgen.
2001 feierte er erste Erfolge in Großbritannien, 2002 sicherte sich Meeke einen Platz bei McRae-Motorsport und startete in der Britischen Junioren-Meisterschaft. Unterstützt von seinem Mentor Colin McRae konnte er in seinem erst zweiten Jahr im Rallye-Sport den ersten Titel gewinnen. Wiederum mit der Hilfe von McRae stieg Meeke 2003 in die Junioren-Weltmeisterschaft J-WRC auf. Parallel startete er weiterhin in Großbritannien und wurde dort sowohl bei den Junioren als auch in der Klasse S1600 den Titel.
Nach seinem Wechsel zu Citroën kämpfte Meeke 2005 in einem werksunterstützten C2 Super 1600 um weitere Erfolge in der J-WRC. Beim Saisonfinale in Wales absolvierte er einen Gaststart in einem von Prodrive eingesetzten Subaru Impreza WRC. Dabei belegte Meeke den zehnten Gesamtrang - nur elf Sekunden hinter seinem Mentor Colin McRae.
In der Saison 2006 fuhr Meeke weiterhin für Citroën in der J-WRC und erreichte im Jahresverlauf mehr Bestzeiten als jeder andere Pilot, konnte jedoch aufgrund einer Reihe technisch bedingter Ausfälle nicht in den Titelkampf eingreifen. In Anerkennung seiner Stärken beim Testen wirkte Meeke an der Seite von Sébastien Loeb an der Entwicklung des Xsara WRC und des C4 WRC mit.
2007 sammelte Meeke weitere Erfahrungen in WRC-Autos, trat unter anderem bei der ersten Rally Ireland an und lag dort nach dem ersten Tag auf dem starken sechsten Rang. Auch 2008 fuhr Meeke in Irland, diesmal in einem Renault Clio Super 1600. Mit seiner Leistung empfahl er sich bei Renault für höhere Aufgaben. Er durfte für Renault Sport in der Intercontinental Rally Challenge IRC antreten und startete bei den spanischen und deutschen Läufen der Rallye-WM.
2009 kehrte Meeke zu Peugeot zurück und bestritt im 207 S2000 die komplette IRC-Saison. Gemeinsam mit seinem Kopilot Paul Nagle gewann er in Brasilien, Portugal, Belgien und San Remo. Dies brachte ihm am Saisonende den Titel ein. Den Titel konnte er zwar 2010 nicht verteidigen, aber er machte trotzdem einen weiteren Karriereschritt: Das neue MINI-Team, das 2011 sechs WRC-Läufe bestreitet und 2012 ganz in die WM einsteigt, nahm Meeke als Werksfahrer unter Vertrag. Gemeinsam mit Dani Sordo ist seine Aufgabe, das MINI-Team schnell an die Spitze heranzuführen.