Porträt
(Stand: Januar 2012) Acht WM-Titel hat Super-Seb bereits: Sebastien Loeb ist der Superstar der Rallyeszene. Der Franzose ist cool, hochkonzentriert und bei allen Bedingungen der Schnellste. Sein Aufstieg in der Rallye-WM war raketenhaft: Schon in seiner ersten vollen Saison 2003 hätte er beinahe den Titel geholt, in seinem zweiten Jahr 2004 wurde er dann problemlos Weltmeister mit einem Rekordergebnis von sechs Siegen in einem Jahr.
In seinem dritten Jahr 2005 brach Loeb mit zehn Siegen, davon sechs hintereinander, alle Rekorde. 2006 holte er sich seinen dritten Titel auf dem Sofa: Im Sommer hatte er sich beim Mountainbiking den Arm gebrochen, er hatte aber schon soviel Vorsprung, dass ihn Konkurrent Marcus Grönholm bis zum Saisonende nicht mehr einholen konnte.
2007 setzte Loeb seine Rekordjagd fort: Er setzte sich im diesmal sehr spannenden Fight gegen Grönholm erneut durch und sicherte sich den vierten WM-Titel in Folge. Das hatte vor ihm nur Tommi Mäkinen geschafft.
2008 schrieb Loeb erneut Geschichte: Er sicherte sich vorzeitig seinen fünften Titel und wurde damit alleiniger Rekordhalter. Zudem konnte er seine eigene Bestmarke von 2005 noch übertreffen und elf Siege in einer Saison holen - ebenfalls ein neuer Rekord.
2009 legte der Superstar nach und holte seinen sechsten Titel in Folge. Er begann die Saison mit fünf Siegen in Folge - und schon war die Frage, ob der den "Grand Slam" schaffen könnte, nämlich alle zwölf Saisonläufe zu gewinnen. Doch dann meldete sich die Konkurrenz von Ford zurück und machte es noch einmal spannend. Beim Saisonfinale in Wales hatte Loeb gerade einmal noch einen Punkt Vorsprung auf Vizeweltmeister Mikko Hirvonen im Ford.
2010 ließ Loeb erneut keinen Zweifel daran ankommen, dass er der Konkurrenz meilenweit überlegen ist. Er gewann acht der 13 WM-Läufe und feierte seinen siebten Titelgewinn bereits bei der drittletzten Rallye - passenderweise seinem Heimlauf in Frankreich, mit dem Zieleinlauf in seiner Heimatstadt Haguenau.
2011 gestaltete sich als schwieriges Jahr für den Ausnahmekönner. Gegenwehr bekam der Elsässer aus seinem eigenen Citroen-Team. Sebastien Ogier machte Loeb das Leben schwer und feierte fünf Siege ? die gleiche Anzahl wie Loeb. Ogier beendete außerdem Loebs-Siegesserie auf Asphalt. Beim Heimspiel in Frankreich ging der Dauerweltmeister leer aus und ein Überschlag in Australien kostete wertvolle Punkte. So kam es zum Titelshowdown beim Finale in Wales. Abermals war Mikko Hirvonen (Ford) der Konkurrent und abermals verlor der Finne. Loeb krönte sich zum achten Mal in Folge zum Weltmeister.
Die Vorzeichen für 2012 stehen gut. Nach den teaminternen Querelen mit Ogier hat sich der junge Franzose Richtung Volkswagen verabschiedet und Loeb ist wieder die unumschränkte Nummer 1. Hirvonen wurde als neuer Teamkollege verpflichtet, der aber die zweite Geige hinter Loeb spielen muss. Alles andere als der neunte WM-Titel wäre eine große Überraschung.
Loeb begann seine sportliche Karriere eigentlich als Kunstturner, entschied sich dann aber für das Rallyefahren. Er holte ab 1998 seine ersten Siege und Titel in verschiedenen Rallye-Serien und betritt dann 2002 seine ersten WRC-Rennen. In diesem Jahr gewann er auch seine erste WRC-Rallye, die Deutschland-Rallye rund um Trier. Danach entwickelte er Geschwindigkeit und Konstanz auf Schotter und Schnee, heute ist er ein perfekter All-Rounder und holt Siege bei allen Bedingungen und Streckenarten.