Porträt
(Stand Januar 2012) Sebastien Ogier könnte einer der künftigen Stars der WRC werden. Der Franzose bekam bereits früh den Spitznamen "neuer Super Seb" verpasst, in Anlehnung an Rekordweltmeister Sebastien Loeb. Seine bisherige Karriere lässt auch erahnen, dass Ogier das Potenzial hat, ein ganz Großer zu werden.
Ogier begann 2006 ernsthaft mit dem Rallyesport und sicherte sich 2007 den Titel im Französischen Peugeot-206-Cup. 2008 gab er mit Citroen sein Debüt in der Junioren-Weltmeisterschaft J-WRC - und wurde in seinem Premierenjahr gleich Weltmeister.
Citroen ließ ihn zu Belohnung am WRC-Saisonfinale 2008 in Wales teilnehmen. Und Ogier wusste auch bei seinem WRC-Debüt zu beeindrucken: Der junge Franzose holte gleich in der ersten Wertungsprüfung die Bestzeit und führte den Lauf sogar einige Zeit lang an, bevor er sich doch der erfahrenen WRC-Konkurrenz geschlagen geben musste.
2009 begann für Ogier mit einem Sieg. Als Gaststarter gewann er im Peugeot überraschend die Rallye Monte Carlo, den Saisonauftakt der Intercontinental Rally Challenge IRC.
Gleichzeitig bekam Ogier endgültig seine Chance in der Weltmeisterschaft. Citroen hatte mehr oder weniger um ihn herum das neue Juniorenteam gebildet, das als B-Mannschaft in der WRC antritt. Doch 2009 entwickelte sich zum Lernjahr für Ogier und das Team. Sein bestes Ergebnis war Platz zwei in Griechenland, insgesamt wurde er 2009 Achter der Gesamtwertung.
2010 schaffte Ogier dann im Junior-Team den Sprung ganz nach vorn. Bei der Rallye Portugal feierte er seinen ersten WRC-Sieg. Das ebnete ihm den Weg nach oben. Citroen entschied, ihn bei den noch ausstehenden Schotterläufen der Saison statt Daniel Sordo ins Werksteam zu holen. Und prompt feierte er im Werksteam in Japan seinen zweiten Sieg. Bei den Asphaltrallyes trat Ogier 2010 weiter für das Junior-Team an. Beim Saisonfinale in Wales hatte er sogar noch die Chance, Vizeweltmeister zu werden. Doch er musste sich am Ende mit dem vierten Gesamtrang begnügen.
Aber 2011 war sein Aufstieg perfekt. Ogier wurde für die komplette Saison als Teamkollege von Loeb ins Citroen-Werksteam geholt. Der jüngere der beiden Franzosen wusste auch gleich zu beeindrucken. Beim Auftakt in Schweden war er bester Citroen-Fahrer und der erste Pilot überhaupt, der eine Power Stage gewinnen konnte. Nach einem bitteren Ausfall in Mexiko folgten Siege in Portugal und Jordanien. Letzterer war der knappste Sieg in der WRC-Geschichte.
Das Citroen-Stallduell war eröffnet. Loeb verlängerte im Sommer seinen Vertrag und wurde vom Konzern-Vorstand zur Nummer eins erklärt, sehr zum Missfallen von Ogier. Dennoch siegte Ogier in Deutschland, beendete Loebs-Siegesserie und triumphierte erstmals auf Asphalt. Es folgte noch ein umjubelter Triumph auf heimischem Boden bei der Frankreich Rallye. Gegen Ende der Saison musste Ogier allerdings für Loeb fahren, der seinen achten WM-Titel in Folge holte.
Ogier verließ am Jahresende Citroen und wechselte zu Volkswagen. Die Wolfsburger werden ab 2013 in die WRC mit einem neu entwickelten Polo R WRC einsteigen. Ogier ist die klare Nummer eins und in die Entwicklung eingebunden. Die Saison 2012 bestreitet der Franzose in einem Fabia S2000 der Konzerntochter Skoda. Damit will man das Wettbewerbsgefühl behalten und sich auf 2013 vorbereiten. Trotz des schwächeren Fahrzeugs wird Ogier sicher bei der einen oder anderen Rallye die Riege der WRC-Piloten aufmischen.