30 Jahre danach: August 1980: Motorsport-Schlagzeilen: August 1980

Wer machte im August 1980 im Motorsportgeschehen Schlagzeilen? Hier hat MSa-Chefkolumnist Rainer Braun ein paar Ereignisse von früher zusammengestellt.

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Patrick Depaillers Wrack

Patrick Depaillers tödliche Testfahrt

Patrick Depaillers tödliche Testfahrt

Formel-1-WM: Tödliche Testfahrt
Eine Woche vor dem deutschen Grand Prix verunglückt Patrick Depailler bei Testfahrten in Hockenheim tödlich. Vermutlich wegen eines technischen Defekts kommt der Franzose – er wäre ein paar Tage später 36Jahre alt geworden – mit seinem Alfa-Romeo 179V12 in der Ostkurve vom Kurs ab und kracht mit rund 260 km/h in die Streckenbegrenzung. Beim Aufprall zieht sich Depailler (93 GP, zwei Siege) tödliche Verletzungen zu. Zwischen 1974 und 1980 hat er 16 schwere Rennunfälle überlebt, dazu im Vorjahr einen Absturz beim Drachenfliegen.

Formel-1-WM: Alan Jones weiter auf Titelkurs

Mit einem dritten Rang in Hockenheim und Platz 2 am Österreichring verteidigt Alan Jones (Williams-Ford) seine WM-Tabellenführung. Die Siege bei den beiden nur eine Woche auseinander liegenden WM- Läufen holen sich mit Jacques Laffite (Ligier) und Jean-Pierre Jabouille (Renault-Turbo) zwei Franzosen. Arrows-Pilot Jochen Mass verunglückt in Österreich am ersten Trainingstag. Wegen einer Ölspur fliegt er in ein angrenzendes Maisfeld und überschlägt sich dort zweimal. Fahrerkollegenhalten sofort an und ziehen den Deutschen unter dem umgestürzten Auto hervor. Wegen starker Schmerzen und Prellungen am ganzen Körper muss Mass auf den Start verzichten.

M1-Procar: «Pironi ist ein Mörder»
Nach dem BMW M1-Procar- Rennen im Rahmenprogramm des deutschen GP in Hockenheim kommt es zwischen Hans-Joachim Stuck und Didier Pironi zu einer ebenso hitzigen wie skandalträchtigen Auseinandersetzung. Weil der Franzose ihn bei 250 km/h angeblich rüde angerempelt habe, verliert Stuck die Contenance und nennt seinen Widersacher vor laufenden TV-Kameras «einen Mörder». Für die verbale Entgleisung droht dem «Langen» nun ein Sportgerichtsverfahren.

Legenden: Trauer um Alfred Neubauer
Der berühmteste Rennleiter der Nation ist tot. Alfred Neubauer stirbt am 21. August im Alter von 89 Jahren in seinem Heimatort Aldingen am Neckar. Der gewichtige Mercedes- Sportchef, auch als «Don Alfredo» oder einfach nur als «Der Dicke» bekannt, war von 1926 bis 1955 ebenso gefürchteter wie uneingeschränkter Herrscher des Stuttgarter Rennstalls. Neubauer galt zu seiner Zeit als schillernde Figur des Rennsports, glänzte durch taktische Meisterleistungen und generalstabsmässige Planung. In seine Amtszeit fielen die grossen Siege der «Silberpfeile » mit Fahrerpersönlichkeiten wie Caracciola, Fangio, Kling oder Hans Herrmann.

Rallye-DM: Wieder Röhrl und Fiat
Trotz ihres fünften Gesamtsiegs in der laufenden Saison hat die Fiat-131-Besatzung Walter Röhrl/Christian Geistdörfer keine Chance mehr auf den Gewinn des deutschen Rallyetitels. Den machen bei der finalen Baltic-Rallye nur noch Achim Warmbold/ Wolfgang Inhester (Toyota Celica) und Reinhard Hainbach/ Werner Hohenadel (Opel Ascona 400) unter sich aus. Beide Teams trennt nur ein Punkt.

Stenogramm

Mit einer Gehirnerschütterung übersteht Marc Surer einen schweren Testunfall in Silverstone – der ATS-F1 ist ein Totalschaden ++ Das Toleman-Duo Brian Henton und Derek Warwick entscheidet in Misano die Formel- 2-EM vorzeitig für sich ++ John Fitzpatrick (Porsche 935) und Hans Stuck (BMW 320Turbo) gewinnen ihre Divisionen beim DRM-Lauf in Zolder, Hans Heyer (Lancia Beta Turbo) bleibt Tabellenführer.

Autor: Rainer Braun
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