Formel 1: Bruce McLaren – Eine Karriere mit Tempo

McLaren – ein Name, der aus der Formel 1 nicht mehr wegzudenken ist. Es ist die Geschichte des Neuseeländers Bruce McLaren, der in den 60er Jahren nicht nur noch Rennfahrer sein wollte, sondern auch Teamchef. Wie alles begann. Ein Rückblick zum 40. Todestag, der sich am 2. Juni jährt.

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Formel 1

Bruce McLaren starb am 2. Juni 1970 bei einem Unfall mit nur 32 Jahren

Bruce McLaren starb am 2. Juni 1970 bei einem Unfall mit nur 32 Jahren

Seit Mitte der 1960er Jahre ist McLaren ein fester Bestandteil der Formel 1 und ist mit 20 WM-Titeln eines der erfolgreichsten Teams der Geschichte der Königsklasse. Aber auch in der CanAm dominierte McLaren mit 56 Siegen, siegte drei Mal bei den Indianapolis 500, feierte Siege bei den 24 Stunden von Le Mans und bei den 12 Stunden von Sebring - und die Erfolgsgeschichte geht weiter. Am vergangenen Sonntag feierten Lewis Hamilton und Jenson Button in der Türkei einen weiteren überlegenen Doppelsieg, den zweiten der Saison 2010 und den insgesamt 46. für das Team McLaren. Teamgründer Bruce McLaren konnte jedoch leider nicht mehr Zeuge der Triumphfahrten seines Rennstalls werden, der Neuseeländer verunglückte am 2. Juni 1970 im Alter von nur 32 Jahren bei einer Testfahrt in einem CanAm-McLaren in Goodwood tödlich.

Bruce Leslie McLaren wurde am 30.August 1937 in der neuseeländischen Hauptstadt Auckland geboren und kam schon von klein auf mit Autos in Berührung. Sein Vater Les und Mutter Ruth waren Besitzer einer Autwerkstatt in Remuera und der kleine Bruce verbrachte fast seine gesamte Freizeit damit, seinem Vater bei der Arbeit zuzusehen. Im Alter von neun Jahren schlug dann aber das Schicksal zu. Klein-Bruce bekam die Perthes-Krankheit, die zur Folge hatte, dass sein linkes Bein weniger wuchs als das rechte. Zwei Jahre im Streckverband konnten dieses Manko zwar fast ausgleichen, trotzdem blieb aber ein leichtes Hinken für den Rest seines Lebens bestehen.

Dieses Handicap sollte Bruce McLaren aber nicht davon abhalten, in späteren Jahren ein sehr erfolgreicher Rennfahrer zu werden. 1952 bekam er von seinem Rennsportbegeisterten Vater einen Austin 7 Ulster geschenkt und schrieb sich mit 16 Jahren für sein erstes Bergrennen ein. Zwei Jahre später folgte der erste professionelle Einsatz McLarens bei einem Rennen und von da an ging es steil bergauf mit seiner Karriere. Neben seinem Ingenieursstudium fuhr er weiter lokale Rennen in seiner Heimat Neuseeland, erst in einem Ford 10 und einem Austin-Healey, später in einem F2 Cooper-Climax Sports. 1957/58 war er mit 20 Jahren Zweiter der neuseeländischen Meisterschaft.

Beim Grand Prix von Neuseeland 1958 erregte McLaren die Aufmerksamkeit des Australiers Jack Brabham, der ihn 1959 in sein Cooper-Team holte. Zuerst hiess es aber Koffer packen und nach England umsiedeln. Die "New Zealand International Grand Prix Organisation" wählte ihn als ihren "Fahrer in Europa" aus. Jack Brabham sowie John und Charles Cooper unterstützten den 20-jährigen während dieser Zeit nach Kräften und schon bald bekam der Neuseeländer die Chance, seine ersten Formel 2-Rennen zu fahren. Beim Grand Prix von Deutschland 1958 am Nürburgring sorgte er in einem Rennen, bei dem sowohl Formel 1 als auch Formel 2-Autos gegeneinander antraten, für eine kleine Sensation, als er am Ende nicht nur der Sieger in der Formel 2-Wertung war, sondern sogar Fünfter im Gesamtklassement.

Ein Jahr später holte Brabham ihn als seinen Teamkollegen bei Cooper in die Formel 1 und McLaren erstaunte die Rennsportwelt ein weiteres Mal. Im Alter von 22 Jahren und 80 Tagen gewann er 1959 in Sebring als jüngster Fahrer aller Zeiten seinen ersten Formel 1-Grand Prix. Ein Rekord, den erst Fernando Alonso 44 Jahre später brechen sollte, als der Spanier mit 22 Jahren und 26 Tagen beim Grand Prix von Ungarn 2003 seinen ersten Sieg in der Formel 1 feierte, bevor er seinen Rekord 2008 an Sebastian Vettel abgeben musste, der bei seinem ersten Sieg gerade erst 21 Jahre und 72 Tage alt war.

Bruce McLaren startete die Saison 1960 mit einem weiteren Sieg. Beim Grand Prix von Argentinien stand er wieder ganz oben auf dem Podest und war am Ende der Saison Zweiter der Meisterschaft hinter Brabham. Danach musste er jedoch eine ganze Weile bis zu seinem nächsten Sieg warten.

1962 trat Bruce McLaren Jack Brabhams Nachfolge als Nr. 1 bei Cooper an, als der Australier beschloss, künftig seine eigenen Autos zu bauen und das Team verliess. Nach den Regeländerungen 1961 war Cooper jedoch nicht mehr konkurrenzfähig und die Teams, die es zu schlagen galt, hiessen Lotus und BRM. Der einzige Sieg, den McLaren 1962 somit nach Hause fahren konnte, war der beim Grand Prix von Monaco. Trotzdem blieb er bei Cooper, gründete aber bereits im Winter 1964 "Bruce McLaren Motor Racing Ltd", trat mit seinem amerikanischen Teamkollegen Tim Mayer in einem umgebauten Cooper Chassis in der Tasman Serie an und holte auf Anhieb den Titel. Mayer kam bei einem tragischen Unfall in Longford jedoch ums Leben.

Im folgenden Jahr kaufte Bruce von Roger Penske einen Zerex Sportwagen und suchte sein Glück in der amerikanischen CanAm Serie. Gleichzeitig gewann er 1966 gemeinsam mit seinem Landsmann Chris Amon in einem 7-Liter Ford GT40 die 24 Stunden von Le Mans, 1967 folgte mit Mario Andretti ein Sieg bei den 12 Stunden von Sebring. Im selben Jahr feierte das Team in der CanAm-Serie bei sechs Rennen fünf Siege, ein Jahr später gewannen die McLaren vier von sechs Rennen, 1969 sogar alle elf.

1966 war aber auch das Jahr, in dem der erste McLaren-Renner in der Formel 1 an den Start ging, der ganz grosse Erfolg kam aber erst zwei Jahre später. Beim Grand Prix von Belgien 1968 feierte Bruce McLaren seinen ersten Formel 1-Sieg im eigenen Auto, Teamkollege und Landsmann Denny Hulme gewann in Italien und Kanada. 1969 beendete McLaren die Meisterschaft als Dritter der Fahrerwertung, blieb in diesem Jahr aber sieglos.

Für die Saison 1970 zählte Bruce McLaren zu den grossen WM-Favoriten, das Schicksal wollte es aber anders. Am 2. Juni 1970 testete er in Goodwood seinen neuen CanAm-McLaren, als sich plötzlich die Heckverkleidung löste, das Auto den Anpressdruck verlor und bei 200 km/h gegen eine Mauer prallte. Bruce McLaren wurde aus dem Auto geschleudert und überlebte den Unfall nicht. Sein Team wurde nach seinem Tod von seiner Frau Patty, die er 1961 geheiratet hatte und dem Teammanager Teddy Mayer weitergeführt.

Autor: Petra Wiesmayer
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