Von MSa-Reporter Michael Bräutigam
Georg Plasa wurde nur 51 Jahre alt. Beim Bergrennen im italienischen Rieti verunglückte die schillerndste Figur der deutschen Berg-Szene am zweiten Juli-Wochenende tödlich.
Am 10. Juli starb der bekannte bayerische Bergrennfahrer Georg Plaza beim Bergrennen im italienischen Rieti. Der Schock bei seinem Team und den Fans sitzt tief. Auf der Webseite von Meisel Motorsport finden sich diverse Nachrufe und Kondolenzschreiben, im Internet nehmen zahlreiche Fans Abschied von ihrem Idol. Der plötzliche Unfalltod von Georg Plasa hat Bedeutung.
Hat der Bergrennsport, der ebenso umstritten wie beliebt ist, noch seine Daseinsberechtigung? Plasa war innerhalb eines Monats der zweite Todesfall bei einem Bergrennen. Und rund zehn Monate zuvor verlor Lionel Régal, das Formel-Pendant zur Tourenwagen-Lichtgestalt Plasa, sein Leben beim Bergrennen im schweizerischen Rangiers.
Ganz grosse Anteilnahme
So unklar sich die Zukunft des Bergrennsports noch gestalten könnte, so klar ist und bleibt die Beliebtheit von Georg Plasa. Im Online-Kondolenzbuch von Hillclimbfans wurden innerhalb 24 Stunden rund 600 Einträge verzeichnet. Aus der ganzen Welt nahmen die Fans Abschied von «Schorsch», wie er liebevoll genannt wurde.
«Motorsport, Autos und Technik haben Georgs Leben bestimmt, waren seine Standbeine» so Berg-Cup-Streckensprecher Uli Kohl in seinem Nachruf. Rüdiger Faustmann, selbst früherer Bergrennfahrer und viele Jahre Weggefährte von Plasa, erinnert sich an dessen Heimspiel im Juni: «Noch beim Bergrennen in Trier diskutierten wir detailliert seine Datenaufzeichnungen und mögliche Änderungen in der Fahrzeugeinstellung. Hier war auch wieder diese Leidenschaft zu erkennen. Nicht nur gewinnen zu wollen, nein – vielmehr das scheinbar Unmögliche umzusetzen.»
Unfallursache weiter unklar
Grosses Rätselraten ist noch beim Erforschen der Unfallursache angesagt: An einen Fahrfehler Plasas, der seit drei Jahrzehnten schnell und sicher Europas Berge befuhr, glauben die Fahrerkollegen nicht.
Ein technischer Defekt scheint aber ebenso unwahrscheinlich; entgegen anderslautender Meldung befinden sich vor der Einschlagstelle nämlich sehr wohl Bremsspuren. Die Staatsanwaltschaft in Rieti hält sich aufgrund der laufenden Ermittlungen momentan bedeckt. Ein plötzlich auftretendes Gesundheitsproblem erscheint wohl am wahrscheinlichsten.
Fest steht: Plasa starb bei dem, was er am liebsten tat, was sein Leben ausmachte. Und: Er hinterlässt eine riesige Lücke, nicht nur in den Starterlisten.
Hier gehts zum Kondolenzbuch.






