Als 22-jährige Renn-Amazone hatte die Odenwälderin Andrea Rita Marx das unverschämte Glück, zum Kreis jener 20 ausgewählten Mädels zu gehören, die 1982 im Ford Fiesta XR 2 Ladies Cup eine komplette Saison zum Nulltarif fahren durften.
«Das war wie im Märchen», schwärmt die inzwischen knapp 51-Jährige noch heute.
«Wir haben damals von Ford ja wirklich alles umsonst bekommen – den Fiesta XR 2 im Renntrimm, dazu Overall, Helm, Coaching, Verpflegung, Hotel und Preisgeld obendrein.» Für Ford war der Ladies- Cup seinerzeit der ganz grosse Marketing-Gag.
Und für uns Journalisten eine Fundgrube für unterhaltsame Geschichten. Kleine Skandälchen waren eigentlich immer im Angebot. Und natürlich stürzte sich auch die «Yellow Press» freudig auf die Thematik und strickte so manch schmalzige Herzschmerz-Story.

Neben ihren teilweise sehr aufgeräumten Kolleginnen steuerte auch Fräulein Marx die eine oder andere Story bei. Da war zum Beispiel am Ende eines turbulenten Rennens in Hockenheim jenes TV-Interview, bei dem sie sich mit der Konkurrentin Dagmar Ziegler derart fetzte, dass Redakteur und Kameramann den Dreh verstört beendeten.
Unvergessen bleiben die Begleitumstände des ersten und einzigen Sieges von Andrea Marx in Diepholz.
Mit ihrer Rivalin Ziegler feierte sie in der Nacht vor dem Rennen bis zum Morgengrauen. Ford-Sportchef Lothar Pinske erinnert sich noch sehr gut und gerne an das nächtliche Gelage in einer zum Hotel umfunktionierten Ritterburg nahe Diepholz:
«Die Mädels liessen es mächtig krachen – so als gäbe es am nächsten Tag kein Rennen.» Dass dann ausgerechnet die standfestesten Zecherinnen der nächtlichen Fete auch noch bei brütender Hitze dem ganzen Feld auf und davon fuhren, gehört zu den vielen Kuriositäten der Cup-Historie.
Ein Auge auf Frau Marx
Übrigens hatten auch die Sportkommissare auffällig oft ein Auge für die Dame Marx. Nochmals Pinske: «Anfangs haben wir uns gefragt, warum ausgerechnet die Andrea am Vorstart ständig auf das korrekte Tragen des feuerfesten Shirts unterm Overall kontrolliert wird. Bis wir dahinterkamen, dass der Grund wohl in ihrer üppigen Oberweite zu suchen war.» Nach weiteren Stationen in der Formel Ford 1600, der Formel König und Starts im Escort RS beendete Andrea Marx 1989 ihre Motorsport- Laufbahn, um sich der beruflichen Fortbildung zu widmen.
Ihren Traumjob fand sie in der Redaktion des «Mannheimer Morgen», wo sie seit 15 Jahren als Redakteurin im Ressort Politik arbeitet. Die Freizeit ist mit ihren Hobbys Segeln, PCTechnik und Billard komplett ausgefüllt. Die überzeugte Single-Frau hat einen Traum, der sie schon lange beschäftigt. Andrea Marx schwärmt: «Ich würde so gerne mal eine Weltumseglung machen – allein oder gerne auch mit Kerl.»
warum wieder kein Bild von der Dame, der fusselige Fiesta interessiert mich mal gar nicht







