Zuerst als erfolgreicher Pilot und zweifacher Titelgewinner, danach als Chef des BSR-Rennstalls. Sogar in der F3-Hochburg England genoss das Team aus Bitburg Respekt. So prangte unter einem Teamfoto mit vier BSR-Ralt-Toyota, einem Transporter und Fahrern die martialische Bildzeile «Bert Schäfer‘s third Panzer-Division». Das war etwa die Zeit, als die BSR-Piloten Frank Jelinski und Stefan Bellof fast alles in Grund und Boden fuhren.
Dass Bertram Schäfer 1978 seine eigene Karriere mit 32 Jahren beendete und fortan in die Rolle des Teamchefs schlüpfte, ist übrigens auf ein Versprechen zurückzuführen, das er sich leichtsinnigerweise von einem Freund abringen liess. Dabei ging es um seinen Schützling Hans-Georg Bürger, der schneller als erwartet auf Augenhöhe des Lehrmeisters fuhr. Verabredet war, dass Bertram selbst nicht mehr fährt, wenn ihn Bürger mehrfach schlägt.
Mit der Gründung des BSR-Rennstalls begann auch die Eroberung der deutschen F3-Landschaft. Ab 1984 stärkte Volkswagen die Schäfer-Truppe durch den Status eines Werks-teams. Die Zusammenarbeit mit Wolfsburg dauerte fast zehn Jahre. Sieben Meisterschaften plus Welt-Cup, viele Vizetitel und an die
80 Einzelsiege sind die stolze Bilanz des Teams bis zu dessen Auflösung 2002. Bis dahin gingen an die 50 junge Fahrer durch Schäfers Hände, darunter Talente
wie Stefan Bellof, Kris Nissen, Tom Kristensen, Nick Heidfeld oder Tonio Liuzzi.
«Manche waren pflegeleicht, andere eher schwierig», bilanziert Schäfer, «aber alle waren gute Typen, jeder auf seine Weise. Das waren wirklich tolle Jahre.»
Kein Wunder, dass Schäfer mit seiner F3 noch immer verwachsen ist. Als Vizepräsident der Deutschen Formel-3-Vereinigung kümmert sich der 64-Jährige um die Belange des ATS-
F3-Cup, an dessen Geburt er 2002 auch beteiligt war. «Als man uns die Deutsche Meisterschaft zu Gunsten der Euroserie weggenommen hat, wollten wir einfach eine preiswerte Alternative anbieten.» Heute blickt Schäfer mit Stolz auf ein stattliches 25-Wagen-Feld und hegt die leise Hoffnung, dass daraus vielleicht bald wieder eine neue deutsche Meisterschaft mit DMSB-Prädikat werden möge.
Seit nunmehr 35 Jahren dreht sich bei Bertram Schäfer, seiner Ehefrau Margit und den Kindern Bertram jun. (24) und Eva (27) fast alles um die F3.
Ein Ende ist nicht absehbar – derzeit arbeitet das Fami-
lienoberhaupt bis zu acht Stunden täglich für den ehrenamtlichen Job als
Vizepräsident der F3-
Vereinigung. Und dann wäre da noch seine Sammlung von 15 Formel-3- und
Formel-V-Autos, die er demnächst der Reihe nach bei historischen Rennen zu fahren gedenkt.







