Hallo, wie geht´s: Karl-Heinz Kalbfell

Karl-Heinz Kalbfell: Der Mann hinter dem BMW-Formel 1-Comeback 2000

Karl-Heinz Kalbfell war schon immer ein Macher. Mehr im Hier und Jetzt als sonst wo. Daher kommt er auch ohne Umschweife auf das zu sprechen, was ihn heute umtreibt, nachdem er viele Jahre Verantwortung im ganz grossen Motorsport getragen hat.

Bild
Karl-Heinz Kalbfell und Nelson Piquet 1979

Treibende Kraft: Kalbfell (r.) mit Nelson Piquet auf der IAA 1997 bei der
Verkündung des BMW-F1-Einstiegs.

Treibende Kraft: Kalbfell (r.) mit Nelson Piquet auf der IAA 1997 bei der<BR>
Verkündung des BMW-F1-Einstiegs.

«Erstmals kann ich mich hauptsächlich meinem Hobby widmen. Als einziger Deutscher fahre ich – mit einer Matchless G50 – um die englische Meisterschaft für historische Motorräder. » Kalbfells Anliegen als langjähriger Marketingchef und Leiter der BMW Motorsport GmbH und später der M GmbH war es immer, die Strahlkraft der bayerischen Marke durch starkes Motorsport-Engagement zu untermauern.

Schlagworte

Eine eindrucksvolle Erfolgsbilanz zeugt von der Power, mit der Kalbfell dieses Credo durchsetzte. Unzählige nationale und internationale Meisterschaften wurden in seiner Dienstzeit auf Autos mit dem weiss-blauen Emblem gewonnen. «Zu den Highlights zählen Roberto Ravaglias Titelgewinn in der DTM 1989 auf dem Schnitzer M3 und der Sieg in Le Mans 1999 mit dem BMW V12 LMR mit dem Trio Dalmas/Martini/J. Winkelhock », sagt Kalbfell. Und mit Bezug auf seine spätere hohe Funktion im Fiat-Konzern fügt er hinzu:«Aber der zweimalige Gewinn der Sportwagen-WM mit Maserati 2005 und 2006 war auch sehr herzerwärmend. Zu den Heldentaten des Karl-Heinz Kalbfell gehört zweifellos auch jenes leidenschaftliche Engagement, mit dem er sich für den Wiedereinstieg von BMW (2000) in die Formel 1 in die interne Schlacht warf.

Nach seiner Tätigkeit für Rolls-Royce, Alfa Romeo und Maserati arbeitet Kalbfell heute von seinem Münchner Büro aus als selbstständiger Berater. Zu seinen Kunden zählen der deutsche Sportwagenbauer Artega, der russische Fahrzeughersteller GAZ und der grosse österreichische Autozulieferer Magna. Ausserdem sitzt er in einigen Aufsichtsräten. Die freie Zeit, die ihm bleibt, verbringt er mit seiner Frau Marianne in seinem Haus in der Toscana. Auch von dort hält der 60-Jährige Kontakt zu den Partnern von früher. Mit den Teams von Schnitzer und Bigazzi verbindet ihn noch heute mehr als nur der gemeinsame Erfolg. Den grössten persönlichen Eindruck haben bei ihm Frank Williams und Paul Rosche hinterlassen.

Zu den interessantesten Fahrern fällt ihm spontan ein: «Johnny Cecotto als Profi – ein detailversessenes Energiebündel. Und Jockel Winkelhock – den konntest du auf die Piste schicken, mit was Du wolltest, der hat immer das Maximum herausgeholt. » Auch für den aktuellen Motorsport interessiert sich Kalbfell nach wie vor: «Der GP1-Motorradsport fasziniert mich ebenso wie die Automobil- Langstreckenrennen. Die heutige Formel 1 empfi nde ich aber als zu steril und klinisch.» Bei aller Liebe zum Rennsport hat er seine kritische Distanz bewahrt.

Autor: Uwe Mahla
Alle mit einem * gekennzeichneten Felder müssen ausgefüllt werden.

Kommentare müssen erst von der Redaktion freigeschaltet werden.

Bitte tragen Sie den Text des Bildes in das Feld ein.

Code nicht erkennbar? Neuen Code erzeugen
Zeichen verbleibend
MOTORSPORT aktuell