Hallo wie geht´s: Wolfgang Küther
Ex-DDR-Meister Küther bleibt aktiv im Rennsport
Seine 70 Jahre sieht man ihm nicht an. Der charmante Sachse Wolfgang Küther hat sich kaum verändert und strahlt die gleiche Energie aus, die wir schon seit Jahren an ihm mögen. Und: Er zählt heute immer noch zu den aktiven Motorsportlern.
Wolfgang Küther begann seine Laufbahn mit einem unförmigen Stahlschuh am linken Fuss. Speedway hiess die Sportart, und der legendäre Meissener Rundkurs war 1956 seine erste motorsportliche Heimat. Bis in die 60er-Jahre machte er die Speedway-, Gras- und Sandbahnen zwischen Erzgebirge und Ostsee unsicher und hinterliess auch auf dem legendären Teterower Bergring tiefe Spuren. Nach einer kurzen Stippvisite im «K-Wagen» stieg er 1968 in den Formelrennsport ein.
Heinz Melkus war sein erster wichtiger Förderer. Er bot ihm beste Bedingungen zum Aufbau eines Formel 3, indem er dem talentierten Dresdner die Nutzung der firmeneigenen Rennwerkstatt gestattete. Bereits 1969 bedankte sich Wolfgang Küther mit dem Gesamtsieg in der Leistungsklasse II und begab sich damit in den Kampf um Meistertitel und internationale Pokalpunkte. Schon 1971 schaffte er es: DDR Meister der Formel 3. Seine stärksten Gegner, Heinz Melkus und Klaus-Peter Krause, mussten hinter ihm anstehen. Jetzt wuchsen ihm Flügel, und er legte erst richtig los: Nach der Ausschreibung der Klasse C9 veränderte er seinen Rennwagen komplett. Er pflanzte als einer der Ersten einen Viertaktmotor des gerade in die DDR importierten PKW «Shiguli» in das Heck seiner Rennzigarre und entwarf für den betagten «Melkus 64» zusammen mit Hartmut Thassler eine Vorderhaube aus GFP (Glasfaserpolyester): Mit der Startnummer 108 stellte er eine der interessantesten Rennwagenkonstruktionen auf die Räder. «Das Auto war einfach geil», schwärmt er heute noch, «es lag perfekt auf der Strasse, und der Motor ging richtig gut.» Das Ergebnis: Erneuter DDR Meistertitel 1973 und damit Höhepunkt seiner aktiven Karriere in Ostdeutschland.
Im Folgejahr verblüffte Küther noch einmal die Sportwagenszene: Mit einem «Saporoshez» mit «Shiguli»-Mittelmotor demonstrierte er seinen Ideenreichtum und technische Finesse. Der skurrile «Sappo-Lada» mit der Riesenhutze auf dem Dach gehört inzwischen zu den originellsten Rennfahrzeugen der DDR. Vor drei Wochen feierte Küther seinen 70. Geburtstag. Er arbeitet noch heute als Fahrinstruktor auf dem Lausitzring, ist Mechaniker bei Tobias Paul in der DMV-Tourenwagen-Challenge und startet in dieser Serie auch sporadisch auf einem der BMW M3 GTR. Privat tritt er ab und zu in die Fahrradpedale und findet mehr Interesse an Wasserski. Am wohlsten fühlt er sich aber auf seiner 1000er-Honda. Wenn das mal nicht alles jung hält.
Autor: Hendrik MedrowDas Liebe ich so an der MSA die kleinen feinen Randgeschichten echt toll.
Mir war der Name Küther bis heute nämlich nicht bekannt danke für die Geschichte.







