Hintergrund: Ferrari: Alonso glaubt an Mini-WM

Von Christian Eichenberger
Ferrari hat in Belgien einen herben Rückschlag einstecken müssen, glaubt aber weiter an die Möglichkeit, beide Titel zu gewinnen. Bereits in Monza wollen die Roten zurückschlagen.

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Fernando Alonso, Vitantonio Liuzzi
Foto: © XPB

Auf Tuchfühlung mit Tonio Liuzzi: Fernando Alonso versuchte in Spa alles, um die WM-Chance zu wahren

Auf Tuchfühlung mit Tonio Liuzzi: Fernando Alonso versuchte in Spa alles, um die WM-Chance zu wahren

Jede Serie geht einmal zu Ende. Jene von Ferrari in Spa-Francorchamps dauerte drei Jahre. Seit 2007 waren die Roten aus Maranello in den Ardennen ungeschlagen. Nach Siegen von Kimi Räikkönen (2007, 2009) und Felipe Massa (2008) musste sich Ferrari bei der Wetterlotterie 2010 mit dem vierten Rang von Felipe Massa begnügen. Fernando Alonso verabschiedete sich sieben Runden vor Schluss, weil er auf einem Randstein die Kontrolle über sein Auto verloren und wie ein Action-Künstler ein Muster in den belgischen Rasen gebrannt hatte.

Für den Spanier war eigentlich schon nach dem Qualifying der Zug abgefahren. Zumindest was eine Topplatzierung betrifft – und nur die interessiert ihn. Der zehnte Platz war eine Enttäuschung, die der zweimalige Weltmeister nicht wirklich schönreden konnte. «Es lag nicht an der Leistung des Autos», gab Alonso zu, «der Regenschauer gegen Ende von Q3 hat uns einen Strich durch die Rechnung gemacht. Ich hatte nur noch einen frischen Satz Reifen. Den wollte ich mir für die Schlussattacke aufbewahren. Doch dann tröpfelte es schon.»

Von Barrichello torpediert

Besagter Regen war auch im Rennen Alonsos grösster Gegner. Weil Petrus im Verlauf der ersten Runde einen Nieselregen über die 7,004 km lange Strecke verteilte, verpasste Jubilar Rubens Barrichello beim Anbremsen der Bus-Stop-Schikane den Bremspunkt und knallte Alonso breitseits ins Auto. Dass der F10 danach überhaupt noch fahrtüchtig war, grenzt an ein Wunder. Und dass Alonso von Platz 22 binnen nur 16 Runden wieder in die Punkte fuhr, unterstreicht die Kämpferqualitäten des Asturiers.

Doch mehr als Schadensbegrenzung war nicht möglich. Hinter Sauber-Pilot Kamui Kobayashi endete die Aufholjagd. Als Petrus einen zweiten Regenguss über Francorchamps entsandte, flog Alonso ab. Trotz des Nullers bleibt Alonso optimistisch. «Die Chancen stehen weiter 50:50. Fünf Fahrer haben die Möglichkeit, Weltmeister zu werden. Drei davon sind heute leer ausgegangen. Ich war einer davon. Aber wer weiss: Im nächsten Rennen kann es die anderen treffen.»

Dieser Ansicht ist auch Teamchef Stefano Domenicali. «Fernando war heute einfach zur falschen Zeit am falschen Ort. Manchmal hast du Glück, manchmal Pech. Schau dir Lewis Hamilton an. Auch er ist durchs Kiesbett gepflügt, als es zu schütten begann. Aber er ist wieder rausgekommen und hat
gewonnen.»

Mehr Sorgen macht sich der Teamchef über die Leistung Ferraris in Spa. «Wir müssen in Ruhe analysieren, warum wir nicht so schnell waren wie in Hockenheim. Ich weiss nicht, ob es an den neuen Teilen lag (Ferrari setzte in Spa einen neuen Diffusor ein, d. Red.) oder ob wir uns von der Abstimmung her in eine falsche Richtung bewegt haben.» In Monza, vor heimischer Kulisse (12. September), will Ferrari wieder zurückschlagen. Nach aktuellem Stand mit dem F-Schacht. Domenicali: «Es wird ein harter Kampf – nicht nur auf der Strecke, auch in den Werken.»

Autor: © Motorsport-Total.com
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