Panorama: Historic Racing

Grand Prix Monaco Historique: Alte Helden, tolle Autos

«Goodwood ist ja ganz schön, aber das hier ist ein echtes Abenteuer!» Hans-Joachim Stuck sprudelte vor Begeisterung, nachdem er den 16-Zylinder- Auto-Union Typ C drei Runden durch die Häuserschluchten getrieben hatte, mit dem sein Vater 1936 Dritter geworden war.

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Spektakel Formel 3: EineMeute von 40Fahrern jagt den späteren Sieger Emanuele Pirro durch Saint-Devote.

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Die Audi-Demonstrationstour zusammen mit Jacky Ickx, einem weiteren alten Helden, der als Rennleiter des historischen GrandPrix amtierte und den Auto-Union-Zwölfzylinder Typ D lenkte, füllte die Mittagspausen mit dem unvergleichlichen Sound der legendären Silberpfeile – zur Freude des Publikums, das rund 80 Prozent der bereits für den Formel- 1-Grand-Prix aufgebauten Tribünen füllte. Allein diese Zahl unterstreicht die Attraktivität eines Ereignisses, das alle zwei Jahre die wahren Motorsport-Enthusiasten aus aller Welt an die Côted’Azur lockt. Und der Automobil Club von Monaco kann als Veranstalter aus einer riesigen Nachfrage von zahlungswilligen Teilnehmern (Nenngeld pro Auto 4500 Euro) aussuchen und erteilt etwa 200 Fahrern für acht Kategorien die Starterlaubnis.

Historische Lotus-Premieren
So muss man schon etwas Besonderes bieten, will man sich den nur wenigen Rennfahrern gestatteten Wunsch erfüllen, einmal im Leben über den legendären Stadtkurs zu donnern. So wie das Classic Team Lotus, das gleich mit zwei Weltpremieren trumpfte: Der Australier John Bowers hatte vor zwei Jahren jenen Lotus 25 ersteigert, mit dem nachweisbar Jim Clark 1963 seinen ersten WM-Titel errungen hatte. Und der Brite Andy Middlehurst setzte sich damit bei seiner Monaco-Premiere derart gut in Szene, dass er auf Anhieb Zweiter hinter dem alten Historic-Haudegen James King in einem 1963er- Brabham BT7 wurde. Das historisch wertvollste Auto war aber jener Lotus 49A mit der Chassisnummer R2, den Clark 1967 in Zandvoort erstmals fuhr und damit auch gleich gewann. «Dessen Motor hätte ich gerne», schwärmte Colin Chapmans Sohn Clive, der den damals ebenfalls debütierenden Cosworth-DFV-V8- Motormit der Nummer 841 im Original-Chassis entdeckte. «Der war nämlich vorher in dem 49er eingebaut, mit dem Graham Hill 1968 den GP von Monaco gewann und später Weltmeister wurde.» Und der gehört demClassic Team Lotus – im Gegensatz zu den anderen beiden grün-gelben Renn- Juwelen.

Formel 3 statt Formel Junior
Die Formel Junior, die jahrelang die Rahmenrennen für den Grand Prix bestritt,wurde erstmals durch die ebenso historisch verbriefte Formel 3 ersetzt, die ein glanzvolles Debüt erlebte: In der Klasse bis 1000 ccm feierte Christian Traber den ersten Sieg eines Schweizers in Monaco,und in der Klasse bis 2 Liter gelang dem fröhlichen Italiener Emanuele Pirro in einem gewaltigen Feld von 41 Autos ein überlegener Start-Ziel-Sieg in seinem Original- Martini Mk 34 von 1981. 

Autor: Peter Voncken
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