Reportage: Le Mans Classic: Die Legende "Le Mans" läuft

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Le Mans-Start
Foto: Dino Eisele

Ergreifendes Erlebnis: Der klassische Le-Mans-Start. Ganz links der Ford GT40, mit dem Christian Gläsel die Klasse 4 gewann.

Ergreifendes Erlebnis: Der klassische Le-Mans-Start. Ganz links der Ford GT40, mit dem Christian Gläsel die Klasse 4 gewann.

Das Bild ist unvergesslich, wenn rund 70 Fahrer fast geräuschlos über die Startgerade sprinten, in ihre Autos springen und sich wenige Sekunden später der gewaltige Donnerhall der Motoren über der Strecke zwischen den riesigen Tribünen und dem Boxengebäude ergiesst. 

Doch auch bei den Le-Mans-Classic-Rennen wird Sicherheit grossgeschrieben: Nach 500 Metern halten die Fahrer an, werden angeschnallt und fahren dann zum fliegenden Start wieder auf den grossen Kurs zurück. Ab jetzt läuft die Zeit, eines von 18 Sprintrennen über 45 Minuten beginnt. «Mensch, sind die Kerle mutig, das ist ja ein Wahnsinn», begeistert und sorgt sich der frühere Porsche-Rennleiter Manfred Jantke, der in den 1970er-Jahren bei jedem 24-Stunden-Rennen an der Box stand und zum ersten Mal die «Classic» miterlebt. «Da fahren Leute, die nur ein- oder zweimal im Jahr in einem solchen Auto sitzen, volles Rohr durch die Nacht auf diesem Hochgeschwindigkeitskurs. Nicht ungefährlich.» In der Tat sind die Unterschiede zwischen der grossen Mehrheit der Herrenfahrer  und den historischen Routiniers gewaltig: So nahm der Deutsche Christian Gläsel als Sieger von Startfeld 4 (Baujahre 1962 bis 1965) mit seinem Ford GT40 dem Zweiten Steve Hitchins (AC Cobra) in den drei Läufen jeweils über zwei Minuten ab.

Der Schweizer Jean-Marc Luco, wie schon 2008 Gesamtsieger im Porsche 936, hatte am Ende nach drei Rennen im Startfeld 6 (1972 bis 1979) über dreieinhalb Minuten Vorsprung auf seinen Verfolger Patrice Lafargue im Lola T298. Am meisten freute sich der Schwabe Willy Balz über seinen Gesamtsieg im Startfeld 3 (1957 bis 1961), nachdem er mit seinem Profi-Copiloten Frank Stippler im einzigartigen Maserati T61 Birdcage «Streamliner» nur eines von drei Rennen gewonnen hatte: «Ich kann es kaum glauben, das Auto ist erst vor zwei Tagen fertig geworden.» Ebenfalls mit nur einem Sieg in drei Rennen wurde ein dritter Deutscher Sieger im Startfeld 1 (1923 bis 1939): Albert Otten im BMW 328. Im Startfeld 5 (1966 bis 1971) dominierte ein weiterer Schweizer: Bernard Thuner im Lola T70, nachdem Luco im Ligier JS 3 mit defekter Benzinpumpe aufgeben musste. Den Engländern, die gut die Hälfte der Teilnehmer stellten, blieb nur ein Sieg: Peter Neumark gewann im Jaguar D-type die Klasse 2 (1949 bis 1956).

Autor: Peter Voncken
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