| Beate Nodes |
Nachruf - Beate Nodes
Beate Nodes: Herztod mit 44
Am vergangenen Wochenende starb die ehemalige Ford DTM Werks Pilotin und Fiesta Ladys up-Siegerin überraschend an Herzversagen.
Welch eine Tragödie: Nach dem Krebs-Tod von Annette Meeuvissen (42) Ende 2004 ist mit Beate Nodes jetzt schon die zweite ehemalige Ford-Ladys-Cup-Gewinnerin gestorben. In der Nacht vom Samstag auf Sonntag erlag die 44jährige Geschäftsführerin eines großen Schuhhauses einem Herzversagen. Völlig geschockt berichtet ihrer früherer Lebensgefährte Alexander Burgstaller: «Beate war wegen Herzproblemen im Krankenhaus. Die Untersuchungen sollten, nachdem sie wieder nach Hause entlassen wurde, zeitnah fortgesetzt werden. Der Herztod hat sie zu Hause nachts im Schlaf überrascht.»
Die
beiden Renn-Ladys Nodes und Meeuvissen hatten viele Gemeinsamkeiten.
Beide waren Ladys-Cup-Gewinnerin (Annette 1982, Beate 1984), beide
waren Ford-Werksfahrerinnen (Annette wechselte später zu BMW)
und beide waren stramme DTM-Wettbewerberinnen. Ihr bestes
DTM-Ergebnis reichte Beate sogar zu einem Podiumsplatz – ein
sensationeller dritter Platz im Sierra XR 4 TI-Turbo 1986 auf der
Berliner Avus. Neben Ellen Lohr ist sie damit die bislang einzige
Frau der alten und neuen DTM-Geschichte, die auf dem Podium
stand.
Überhaupt hat Beate Nodes zu ihrer besten Zeit als
Rennfahrerin so manchen männlichen Konkurrenten arg ins Grübeln
gebracht. Zu denen, die aus dem Staunen nicht mehr heraus kamen,
gehörte auch der heutige Mercedes-Rennchef Norbert Haug, der
Mitte der 80er Jahre mit der tierisch schnellen Ford-Lady das 24
Stunden-Rennen in der Eifel bestritt. Die beiden teilten sich einen
90 PS Fiesta XR2 und gewannen ihre Hubraumklasse souverän. «Der
Norbert war völlig fertig», erinnerte sich Beate feixend,
«weil ich pro Runde drei Sekunden schneller fuhr als er. Das
war mein schönster und wertvollster Erfolg überhaupt.»
Zehn Jahre hat das außergewöhnlich hübsche
Franken-Mädel nach ihrer Kart-Zeit mit Ford im Rennsport
zugebracht.
Dabei begann ihre DTM-Karriere im Sierra-Turbo bei
der ersten Testfahrt in Hockenheim mit einem sechsfachen Überschlag
keineswegs verheißungsvoll. «Eigentlich habe ich den
Sierra nie geliebt, das war nicht mein Auto. Hingegen waren Fiesta
und Escort für mich geradezu maßgeschneidert.»
Dennoch steuerte sie das ungeliebte Auto in Berlin auf erwähnten,
viel beachteten dritten Rang. «Alles, was ich im Rennsport
erreicht habe, verdanke ich Ford und vor allem meinem Team um
Bernhard Grab. Ich hatte dort die schönste Zeit meines Lebens.»
1994 beendete sie ihre Motorsport-Laufbahn als eine der
erfolgreichsten Frauen überhaupt. Gegen Ende ihrer Karriere
gönnte sie sich noch mal den Spaß einer Saison im
Fiesta-Mixed-Cup, den sie mit Partner Thomas Beyer auch prompt
gewann.
Besonders auf ihre Fitness hat Beate auch nach ihrer
Renn-Karriere immer großen Wert gelegt. «Ich bin noch
genauso gut beieinander wie zu meinen besten Zeiten bei Ford»,
erzählte sie mir noch vor ein paar Jahren voller Stolz.
Regelmäßig fuhr sie Mountainbike und Rennrad, schwamm,
joggte und trainierte sogar für ihren ersten Halb-Marathon. Und
dann hat sie mir noch anvertraut, dass «ich irgendwann mal die
höchsten Berge besteigen möchte – es muss ja nicht gleich
ein Achttausender sein.»
Jetzt ist Beate Nodes leider
viel zu früh da angekommen, wo beim Blick nach unten vermutlich
jeder Achttausender dieser Welt bestenfalls nur als kleiner Hügel
erscheint.
