Beate Nodes
Beate Nodes © Gunkel

Nachruf - Beate Nodes

Beate Nodes: Herztod mit 44

Von Rainer Braun
20.10.2008 18:44:14

Am vergangenen Wochenende starb die ehemalige Ford DTM Werks Pilotin und Fiesta Ladys up-Siegerin überraschend an Herzversagen.

Welch eine Tragödie: Nach dem Krebs-Tod von Annette Meeuvissen (42) Ende 2004 ist mit Beate Nodes jetzt schon die zweite ehemalige Ford-Ladys-Cup-Gewinnerin gestorben. In der Nacht vom Samstag auf Sonntag erlag die 44jährige Geschäftsführerin eines großen Schuhhauses einem Herzversagen. Völlig geschockt berichtet ihrer früherer Lebensgefährte Alexander Burgstaller: «Beate war wegen Herzproblemen im Krankenhaus. Die Untersuchungen sollten, nachdem sie wieder nach Hause entlassen wurde, zeitnah fortgesetzt werden. Der Herztod hat sie zu Hause nachts im Schlaf überrascht.»

Die beiden Renn-Ladys Nodes und Meeuvissen hatten viele Gemeinsamkeiten. Beide waren Ladys-Cup-Gewinnerin (Annette 1982, Beate 1984), beide waren Ford-Werksfahrerinnen (Annette wechselte später zu BMW) und beide waren stramme DTM-Wettbewerberinnen. Ihr bestes DTM-Ergebnis reichte Beate sogar zu einem Podiumsplatz – ein sensationeller dritter Platz im Sierra XR 4 TI-Turbo 1986 auf der Berliner Avus. Neben Ellen Lohr ist sie damit die bislang einzige Frau der alten und neuen DTM-Geschichte, die auf dem Podium stand.

Überhaupt hat Beate Nodes zu ihrer besten Zeit als Rennfahrerin so manchen männlichen Konkurrenten arg ins Grübeln gebracht. Zu denen, die aus dem Staunen nicht mehr heraus kamen, gehörte auch der heutige Mercedes-Rennchef Norbert Haug, der Mitte der 80er Jahre mit der tierisch schnellen Ford-Lady das 24 Stunden-Rennen in der Eifel bestritt. Die beiden teilten sich einen 90 PS Fiesta XR2 und gewannen ihre Hubraumklasse souverän. «Der Norbert war völlig fertig», erinnerte sich Beate feixend, «weil ich pro Runde drei Sekunden schneller fuhr als er. Das war mein schönster und wertvollster Erfolg überhaupt.» Zehn Jahre hat das außergewöhnlich hübsche Franken-Mädel nach ihrer Kart-Zeit mit Ford im Rennsport zugebracht.

Dabei begann ihre DTM-Karriere im Sierra-Turbo bei der ersten Testfahrt in Hockenheim mit einem sechsfachen Überschlag keineswegs verheißungsvoll. «Eigentlich habe ich den Sierra nie geliebt, das war nicht mein Auto. Hingegen waren Fiesta und Escort für mich geradezu maßgeschneidert.» Dennoch steuerte sie das ungeliebte Auto in Berlin auf erwähnten, viel beachteten dritten Rang. «Alles, was ich im Rennsport erreicht habe, verdanke ich Ford und vor allem meinem Team um Bernhard Grab. Ich hatte dort die schönste Zeit meines Lebens.» 1994 beendete sie ihre Motorsport-Laufbahn als eine der erfolgreichsten Frauen überhaupt. Gegen Ende ihrer Karriere gönnte sie sich noch mal den Spaß einer Saison im Fiesta-Mixed-Cup, den sie mit Partner Thomas Beyer auch prompt gewann.

Besonders auf ihre Fitness hat Beate auch nach ihrer Renn-Karriere immer großen Wert gelegt. «Ich bin noch genauso gut beieinander wie zu meinen besten Zeiten bei Ford», erzählte sie mir noch vor ein paar Jahren voller Stolz. Regelmäßig fuhr sie Mountainbike und Rennrad, schwamm, joggte und trainierte sogar für ihren ersten Halb-Marathon. Und dann hat sie mir noch anvertraut, dass «ich irgendwann mal die höchsten Berge besteigen möchte – es muss ja nicht gleich ein Achttausender sein.»

Jetzt ist Beate Nodes leider viel zu früh da angekommen, wo beim Blick nach unten vermutlich jeder Achttausender dieser Welt bestenfalls nur als kleiner Hügel erscheint.

 




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Nodes/Beyer Fiesta-Mixed-Cup
Nodes/Beyer Fiesta-Mixed-Cup © Kräling